Autor Thema: Automation via Stromnetz?  (Gelesen 7397 mal)

Offline borsti67

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Automation via Stromnetz?
« am: 31 Januar 2013, 13:19:01 »
Moin,

gibt es ausser PLC-Bus tatsächlich keine Systeme, die das vorhandene Stromnetz zur Datenübertragung nutzen?
Ich meine, es gibt mittlerweile sogar recht zuverlässige und schnelle Ethernet-Adapter ("PowerLine"), da wären doch die paar Daten ein Klacks. Bidirektionalität wäre kein Problem, Stromversorgung schon mal gar nicht. Keine Extra-Strippen nötig, keine Probleme mit "Funklöchern".

Wo also liegt das Problem? Oder gibt's das haufenweise und ich bin nur zu blind?
cu/2
Borsti
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Offline ext23

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #1 am: 31 Januar 2013, 14:21:19 »
Das Problem ist wohl eher das 90% der Menschen keine Zulassung haben an 230V zu arbeiten geschweige denn berechtigt sind sowas ab zu nehmen.

Das wird vermutlich ein Grund sein das es hier keine "Bastelbausätze" gibt wie bei anderen Sachen. Allerdings bieten sich natürlich gerade fertige Schaltsteckdosen und Energiemesser regelrecht an und sowas findet man ja auch nicht da haste recht...
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Offline borsti67

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #2 am: 31 Januar 2013, 14:44:35 »
sagen wir mal so, um z.B. einen FS20-Dimmer anzuschließen, muss ich genausoviel am 230V-Netz arbeiten, wie für einen, der seine "Befehle" aus diesem Netz statt per Funk erhält. Von daher würde ich den einzigen Unterschied in der wie-auch-immer gearteten Zentrale sehen, die möglicherweise sehr speziell anzuschließen wäre. Oder dass evtl. am Sicherungskasten was gemacht werden muss (wie heißen die Dinger, Phasenkoppler?). Aber das wäre eine einmalige Arbeit für den Elektriker...
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Borsti
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Offline ntruchsess

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #3 am: 31 Januar 2013, 16:33:45 »
X10 ist hier wohl das Stichwort. In den USA wohl recht verbreitet und recht preiswert. Leider sind die Geräte von dort (wegen der 110V) hier nicht ohne weiteres verwendbar.
Keine Ahnung warum das hierzulande keiner vermarktet.

Gruß,

Norbert
while (!asleep()) {sheep++};

Offline Martin Fischer

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #4 am: 31 Januar 2013, 17:31:56 »
hallo norbert,

> X10 ist hier wohl das Stichwort. In den USA wohl recht verbreitet und recht preiswert.
> Leider sind die Geräte von dort (wegen der 110V) hier nicht ohne weiteres verwendbar.
> Keine Ahnung warum das hierzulande keiner vermarktet.

das ist so nicht ganz richtig. X10 wird auch in deutschland vermarket und wird sogar von FHEM unterstützt. boris hat die implementierung vor jahren für FHEM geschrieben; ich selber hatte viele jahre X10 komponenten verbaut.

siehe dazu auch:
http://www.marmitek.com/de/produkte.php

wenn ich mich recht entsinne (ist halt schon etwas länger her, das ich die in betrieb hatte), lief die USB variante des "Programmierbarem Computerinterface" nicht unter linux.

gruss martin
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Offline borsti67

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #5 am: 01 Februar 2013, 12:17:53 »
Hi Martin,

warum bist Du von X10 weg?
Mir ist nur aufgefallen, dass die 200bps mir arg wenig erscheinen, wenn man ein paar Sensoren hat, die mehr als nur "an/aus" senden können.
cu/2
Borsti
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Offline justme1968

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #6 am: 01 Februar 2013, 13:06:34 »
bevor ich mit fhem angefangen habe habe ich habe mir auch x10 angeschaut. und auf der suche noch diverse andere systeme gefunden die prinziiell über die stromleitung gehen. im großen und ganzen haben sie aber alle den nachteil nicht erhältlich oder unverhältnismäßig teuer zu sein. x10 wäre zumindest in der nicht bidirektionalen variante noch am preiswertesten und auch erhältlich.

ansonsten kannst du ja mal suchen:
- digitalstrom: teuer, (informationen) nicht erhätlich, vom konzept her eigentlich sehr schön
- x10: bidirektional teuer, langsam
- knx/eib powerline: teuer, wenig anbieter, langsam
- z-bus: proprietär, web seite ewig nicht aktualisiert
- diverse bastelprojekt: wenig aktoren, selber bauen nötig

es gibt also systeme wenn man sucht.

gruss
  andre
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Offline Martin Fischer

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #7 am: 01 Februar 2013, 14:53:32 »
> warum bist Du von X10 weg?

nun, für mich war das seiner zeit ein "proof of concept". ich hatte nach alternativen zur funktechnik gesucht und kam so auf X10. das "proof of concept" war dann ca. 3 jahre verbaut ;-) wobei ich je ein steckermodul TM13, LM12, AM12, einen FM10 (filtert störsignale aus) sowie noch je ein micromodul AW12 und LW12 plus den CM15 (oder war es ein CM11?, ich weiss es nicht mehr) als schnittstelle zum rechner im dauertest hatte.

eigentlich funktionierte das recht zuverlässig, wenn, ja wenn nicht andauernd meine verbindung zum CM15(11?) abgerissen wäre. das ist aber kein problem seitens der X10 hardware gewesen, sondern auf einen seinerzeit problematischen USB-hub. das schöne an X10 ist, das es autark funktioniert (also wenn FHEM mal nicht erreichbar ist). so gibt es dafür auch ganz normale fernbedienungen, etc.

von den kosten her ist es vergleichbar mit homematic, zum teil sogar teurer. auch gibt es unterschiedliche varianten für uni-, bidirektional, was dann aber auch wieder ins budget haut.

bei den steckermodulen habe ich noch in erinnerung, das diese recht "laut" geschaltet haben. also man hat deutlich das relais anziehen hören.

fazit: es war durchaus brauchbar.

um deine eigentliche frage zu beantworten:
vielseitigkeit hat durchaus seine vorteile, bedeutet aber auch mehr aufwand. ich habe seit 2007/2008 immer mehr hausautomationsaktoren und -sensoren der diversen techniken, wie fs20, homematic, x10, intertechno, 1-wire, etc. aufgenommen, so das ich stand heute allein in FHEM nahezu 200 devices (reine sensoren oder aktoren, keine dummys o.ä.) definiert habe. und dabei sind noch nicht alle aktoren und sensoren in FHEM angelegt, die sonst noch so installiert sind.

ich stand also irgendwann vor der entscheidung: "technikzoo" oder "harmonisierung". und so entschied ich mich (erstmal) alle schaltaktoren (licht, steckdosen, heizung, etc.) in richtung homematic zu migrieren. dadurch entsteht letztlich weniger "pflegeaufwand" und das system ist auch noch autark bedienbar. mir war vorallem die zustandsmeldung wichtig.

und das "erstmal" in klammern steht da, weil es meiner meinung nach, noch nicht der weissheit letzter schluss ist. eigentlich warte ich darauf, das ich die möglichkeit habe soviel funk abzulösen wie es nur geht ohne dabei neue kabel ziehen zu müssen. ich denke ip v6 wird es möglich machen und erste ansätze in "legosteingrösse" sind ja auch schon vorhanden.

hier warte ich einfach noch auf eine gewisse markreife, den langsam aber sicher erkennen die hersteller / anbieter den markt hausautomation. dies wird in den nächsten jahre sicherlich eine sehr grosser markt werden, wenn auch "lieschen müller" von nebenan in der lage ist, auf einfachste weise ihre kosten durch automation senken zu können.

daher ist es auch mir persönlich immer so wichtig, das FHEM benutzerfreundlicher wird.

gruss martin
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Offline borsti67

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« Antwort #8 am: 02 Februar 2013, 11:55:26 »
@Andre: Ich suchte ja aber gerade nach verfügbaren Lösungen. ;-) Und basteln - nee, das sehe ich dann wie ext23, nicht an 230V...

@Martin: Danke für die ausführliche Info.
Mit einem "Technikzoo" hätte ich nicht so das Problem, außer dass gewöhnlich die Steuereinheit eine der teuersten Komponenten darstellt. In manchen Systemen sind ja auch verschiedene Sensoren/Aktoren gar nicht verfügbar (so habe ich bei Marmitek z.B. nichts für die Heizung gesehen).
Der Schritt hin zu einem weiteren System lohnt sich IMHO eben erst dann, wenn entweder das was man vorhat mit dem derzeitigen überhaupt nicht geht oder man umfangreichere Neuerungen plant, da die Grundausstattung erst mal ein tiefes Loch in die Kasse reißen dürfte...
cu/2
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Offline Martin Fischer

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Aw: Automation via Stromnetz?
« Antwort #9 am: 02 Februar 2013, 19:06:24 »
> Mit einem "Technikzoo" hätte ich nicht so das Problem, außer dass gewöhnlich
> die Steuereinheit eine der teuersten Komponenten darstellt. In manchen Systemen
> sind ja auch verschiedene Sensoren/Aktoren gar nicht verfügbar (so habe ich bei
> Marmitek z.B. nichts für die Heizung gesehen).

da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt, denn auch für mich stellt ein "technikzoo" kein problem dar. habe ich ja auch zur genüge.

was ich damit eigentlich meinte ist, das meine "philosophie" in den vielen jahren meiner hausautomation dahin tendiert möglichst eine technik für gleiche aufgaben einzusetzen.

also z.b. nicht fs20, homematic und intertechno zum schalten von licht- und anderen verbrauchern einsetzen, sondern möglichst bei einer technik zu bleiben. das vereinfacht aus meiner sicht die verwaltung des "zoos". ich meinte damit nicht zwangsläufig sich eine komplett homogene hausautomationslandschaft zu schaffen. dann würde fhem ja kein spass mehr machen ;-)

aber das ist wie gesagt, meine persönliche erfahrung / meinung und muss auch an dieser stelle nicht vertieft werden. letztlich muss jeder für sich entscheiden, wie er es am besten realisiert. und das kann dann auch die komplette mischung von #zig techniken für gleiche aufgaben bedeuten.

gruss martin
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