Autor Thema: Energieberater  (Gelesen 2386 mal)

Online Prof. Dr. Peter Henning

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Energieberater
« am: 23 Januar 2020, 18:01:32 »
Mich fuchst ja schon lange, dass Schornsteinfeger für ihre so genannten "hoheitlichen Aufgaben" so etwas wie eine Lizenz zum Gelddrucken haben.

Jetzt stolpere ich darüber, dass ein Energieberater - der für eine KfW-Antragstellung nötig ist - für ein paar Zahlen ein sattes Honorar von 8% der Antragssumme einstreicht. Davon zahle ich zwar nur die Hälfte - aber die andere Hälfte der Staat, also wir alle. Ich bekomme vermutlich noch nicht einmal einen Rabatt vom Energieberater dafür, dass ich ihm die vollständigen Zahlenwerte für die Flächen- und Volumenberechnung aus meiner Architektursoftware liefere.

Schlussfolgerung: Ich werde Energieberater. Die Prüfungsgebühr bei der Handwerkskammer beträgt ca. 200 €, und das Wissen, was in einem dreimonatigen Teilzeitkurs vermittelt wird, kann ich mir auch noch selber aneignen. Dafür bin ich schließlich Profi in Sachen Lernen.

LG

pah


Offline Wernieman

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Antw:Energieberater
« Antwort #1 am: 23 Januar 2020, 18:23:55 »
Zitat
und das Wissen, was in einem dreimonatigen Teilzeitkurs vermittelt wird
Ich "befürchte", das dieses eigentlich schon vorhanden ist. Nur bekommt man den "Schein" nicht vor dem "Kurs".

.... Ich glaube, ich habe den falschen Beruf gewählt ....
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- Wann war Dein letztes Backup?

Wie man Fragen stellt: https://tty1.net/smart-questions_de.html

Offline enno

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Antw:Energieberater
« Antwort #2 am: 23 Januar 2020, 18:25:10 »
...und darfst du dann auch im Norden beraten? Oder geht das dann auch online ohne Hausbesuche 8). So wie bei DocMorris?

Gruss
  Enno
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Online Prof. Dr. Peter Henning

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Antw:Energieberater
« Antwort #3 am: 23 Januar 2020, 19:50:13 »
Der Beruf des Energieberaters ist nicht geschützt - und es obliegt der BAFA zu entscheiden, wer auf die Liste der anerkannten Berater kommt. Als ich die Honorare gesehen habe, ging mir auch durch den Kopf, dass ich den falschen Beruf habe.

Dass das Wissen bei mir weitgehend schon vorhanden ist, nehme ich auch an. Und das Bedienen von Software kann ich auch noch leisten.

Die Anfrage bei der BAFA läuft deshalb, ohne Witz - und zur Handwerkskammer habe ich beste Beziehungen.

Ein Kollege von mir aus der Elektrotechnik hat vor Jahren einmal durchgesetzt, dass er als anerkannte Fachkraft gilt und somit elektrotechnische Anlagen erstellen und abnehmen darf.

LG

pah


Online KölnSolar

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Antw:Energieberater
« Antwort #4 am: 23 Januar 2020, 20:29:07 »
ja, einfach ein Trauerspiel. Ich hab mich gerade auch mal wieder wg. Neuvermietung mit dem Thema befasst. Auch hier zwingt mich der Gesetzgeber einen Energieausweis von einem Energieberater erstellen zu lassen. Beim Verbrauchsausweis ist die Berechnung relativ simpel. Ich behaupte, das bekommt jeder mit Abitur hin, der in Mathe keine 6 hatte. Zum Glück ist das mittlerweile übers Internet auch für einen mittleren 2-stelligen Betrag offiziell zu bekommen. Auf Knopfdruck ohne jegliche Prüfung der Basisdaten !

Der Schwachsinn daran:
- meine Berechnung fällt, oh Wunder, genauso aus.
- ich hätte auch falsche Angaben machen können. Nicht nachprüfbar.
- welcher Mieter interessiert sich für einen Energieausweis ?
- Hilfreicher wäre dem Neumieter die NK-Abrechnungen der letzten 3 Jahre vorzulegen, denn er will ja nur wissen, was ihn das Heizen kostet.
- Und selbst dieses Ziel lässt sich kaum erreichen, da es sich um eine Vergangenheitsbetrachtung handelt. Oder weiß ein Mieter besser als ich,
   was Öl und Gas in der Zukunft kosten werden ?  :o
- Selbst der größte Schreihals für fridays-for-future mietet die Wohnung eher wegen des Preises, als irgendeiner dämlichen Energieklassifizierung
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Online Prof. Dr. Peter Henning

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Antw:Energieberater
« Antwort #5 am: 23 Januar 2020, 21:02:33 »
Ich habe in den SmartHome Hacks schon argumentiert, dass der hydraulische Abgleich und die Legionellenschutzverordnung Geldbeschaffungsprogramme für gewisse Berufsgruppen sind ...

Spaß beiseite: Das mit dem Energieberater ist ernst gemeint. Wobei weniger der gegenwärtige Auftragnehmer den Ausschlag gibt, als ein gewisser Gemeinderat hier im Ort, von dessen Fähigkeiten ich nicht vollständig überzeugt bin. Wenn der "Energieberater" kann, lerne ich das am Feierabend.

LG

pah

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Online Gisbert

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Antw:Energieberater
« Antwort #6 am: 23 Januar 2020, 21:04:29 »
Hallo Markus,

Zitat
der größte Schreihals für fridays-for-future
;D
Ja, ja, das liebe Geld, wenn's Papa zahlt ist der Preis egal.
Wenn sie irgendwann selber zahlen müssen, dann kommt wie der Heilige Geist das Wunder der ökonomischen Vernunft auf sie nieder.

Die Leistung unseres Schornsteinfegers bei einer Gas-Brennwerttherme ist in den letzten 20 Jahren, in denen das Gerät seinen Dienst tut, zweifelos vorhanden, aber vom Wert her nicht von Null zu unterscheiden. Gottseidank habe ich nur Eigenimmobilienbesitz, so dass ich mit Energieberatern bis her nichts zu hatte.

Viele Grüße Gisbert
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Online Prof. Dr. Peter Henning

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Antw:Energieberater
« Antwort #7 am: 23 Januar 2020, 21:46:25 »
Mein Ältester ist jetzt jenseits der 30 und ganz vernünftig, meine Tochter auch. Mein Jüngster wird 20 und fährt voll auf die Greta-Schiene ab. Letztens warf er uns wieder einmal vor, uns nicht einschränken zu wollen.

Daraufhin habe ich ihm vorgerechnet, wieviel CO2 sein Videostreaming aufs Tablet und sein ständig laufender PC produzieren - und unseren eigenen CO2-Fußabdruck. Gegenüber 1999 um 75% gesunken - auch dank FHEM.

He was not amused...

LG

pah

Edit: War noch ein Heizölpunkt falsch, außerdem habe ich FHEM mit aufgenommen.
« Letzte Änderung: 24 Januar 2020, 09:17:10 von Prof. Dr. Peter Henning »

Online herrmannj

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Antw:Energieberater
« Antwort #8 am: 23 Januar 2020, 22:38:37 »
man sieht das Du Dir Gedanken machst und handelst. Das ist es was ich bei einigen "Schreihälsen" vermisse. Top.
smartVisu mit fronthem, einiges an HM, RFXTRX, Oregon, CUL, Homeeasy, ganz viele LED + Diverse

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Antw:Energieberater
« Antwort #9 am: 24 Januar 2020, 07:58:20 »
Zitat
und unseren eigenen CO2-Fußabdruck.
Fehlt aber noch die Berücksichtigung von Konsum, Mobilität u. Ernährung. ;)
Wie schon gesagt
Zitat
man sieht das Du Dir Gedanken machst und handelst.
Und ich behaupte, dass dies der überwiegende Teil der FHEM-user tut. Wer Energieverbräche(Strom,Gas,Öl) misst und plottet,schafft zumindest schon einmal Transparenz. Und selbst wenn es dann aus witschaftlichen Gründen ist, bei den "Sparmaßnahmen" verdient die Umwelt mit.
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Offline PeMue

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Antw:Energieberater
« Antwort #10 am: 24 Januar 2020, 08:05:48 »
Fehlt aber noch die Berücksichtigung von Konsum, Mobilität u. Ernährung. ;)
Stimmt, den Spritverbrauch der Autos hätte ich spontan auch noch angesprochen. Wäre aber m.E. kein Problem, den mit einzupflegen. Bei Konsum bzw. Ernährung sehe ich die Sache schon etwas schwieriger.

@pah: Was war der Hauptsächliche Grund der Energieeinsparung beim Wechsel auf Gas: Besserer Wirkungsgrad? Oder Optimierung der Heizung ohne Komforteinbußen?

Ich muss mal schauen, wo ich die Umrechnungsfaktoren finde, dann kann ich unseren CO2 Fußabduck anhand der vorhandenen Daten bestimmt für unsere Bude und unsere Fahrzeuge auch mal ermitteln - mal sehen, was dabei rauskommt  ::).

Gruß Peter
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1x RPi BV2LCDCSM 1.63 5.7 2xMAX HKT, 1xMAX RT, V200KW1
1xFB 7490 (113.06.05) 5.7 1xCUL V3 1.63 1xHM-CC-RT-DN 1.4 1xHM-TC-IT-WM 1.1 1xHB-UW-Sen-THPL-O 0.15 1x-I 0.14OTAU 1xRFXtrx 90 1xWT440H 1xCM160 3xTFA30.3150 5xFA21

Online Prof. Dr. Peter Henning

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Antw:Energieberater
« Antwort #11 am: 24 Januar 2020, 08:46:23 »
Mal langsam, bei den Fahrzeugen spiele ich nicht mit. Zwar sehen wir auch da ganz gut aus - so etwa hatten wir eines der ersten Katalysatorfahrzeuge in DE, und ich fahre für mich einen Dreizylinder mit Turbo - aber da lässt sich schwer mit CO2 bei gleichbleibendem Komfort argumentieren.

Der Einspareffekt "durch Gas" ist nicht Gas allein, sondern ab 2013 die Vollausstattung des Hauses mit elektronischen HK-Thermostaten. Damit gehen ungefähr 50% der Einsparung auf die Automatisierung zurück. Oder anders gesagt: Durch elektronische HK-Thermostate alleine kann man schon 25% Einsparung erzielen. Und zwar ohne Komfortverlust. Habe ich jetzt auch in das Diagramm eingetragen.

Umrechnungsfaktoren:

2,8 kg CO2/l Heizöl
2,3 kg CO2/m³ Gas (kann auch variieren)

Bei Strom ist das komplizierter - laut Statista ist der Footprint von 659 g CO2/kWh im Jahr 2001 auf 462 g CO2/kWh im Jahr 2019 gesunken. Zahlen von 2019 - 2001:
462   474   486   523   527   557   572   573   568   558   567   583   622   603   610   614   634   654   659

Diese Zahlen sollte man jedem der Öko-Schreihälse in selbigen stopfen.

Es wäre nett, wenn man die ganzen FHEM-Module zur Verbrauchsberechnung mit einer Erweiterung für den CO2-Footprint koppeln könnte. Ich habe ja jetzt beim BMBF 400.000 € für FHEM beantragt - vielleicht mache ich das in dem Rahmen.

Und dann muss natürlich die entsprechende immer aktuelle Kurve auf die FHEM-Homepage...

LG

pah


« Letzte Änderung: 24 Januar 2020, 09:09:47 von Prof. Dr. Peter Henning »

Offline CQuadrat

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Antw:Energieberater
« Antwort #12 am: 24 Januar 2020, 08:49:21 »
Interessanter Gedanke!
Gibt es zu den Prüfungsinhalten Informationsmaterial/"Lehrbücher" und Angaben zu formalen Vorraussetzungen, um an der Prüfung der IHK teilnehmen zu können?

Als FHEMler und Diplom-Physiker traue ich mir das allemal zu ;-)

Und über Energie"berater" habe ich mich im Rahmen meines Umbaus auch schon genügend geärgert....

FHEM auf Mini-ITX-Server mit Intel Quad-Core J1900:
+ HM: HM-LAN, HM-USB, HM-MOD-UART mit div. HM-Komponenten
+ RFXtrx: Funkwetterstation Bresser mit ext. Thermometer, Regenmesser und Windmesser
+ TUL (KNX-Anbindung), KM271 (per ser2net), SONOS (div. Gimmicks), OneWire, Hue

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« Antwort #13 am: 24 Januar 2020, 09:02:35 »
Ich habe mir gestern noch das hier bestellt:

https://www.amazon.de/gp/product/3816791123

Mal sehen.

LG

pah
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Offline enno

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Antw:Energieberater
« Antwort #14 am: 24 Januar 2020, 10:09:58 »
Wer einen groben Überblick haben will, kann es auch hier testen: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Man bekommt zumindest ein Gefühl wo man selbst liegt...

Gruss
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