Autor Thema: Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen  (Gelesen 572 mal)

Offline weini

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Hallo zusammen!

Ich nutze FHEM seit Anfang 2016 und möchte sagen, dass ich (nach meiner bescheidenen Einschätzung) recht weit bin und viele Seiten sehr zu schätzen gelernt habe. Ich bin bestimmt kein Hero, aber in der Materie einigermaßen gut drin.

Eine Warnung vorweg: Der Post ist lang und hat verm. wenig Nutzwert - dafür hoffentlich Unterhaltungswert  ;D

Nachdem mein Raspi 2B mittlerweile etwas in die Jahre gekommen war und ich insbesondere mit dem LGTV_IP12 noch immer Timingprobleme habe, die meine 2 Fernseher resetten lassen, wollte ich mal auf eine aktuellere Plattform gehen. Also schnell zugeschlagen und einen neuen Raspi 4B mit 2GB bestellt.
Migrationen bereite ich normal mit ausführlichen Task-Listen vor, die dann schrittweise abgearbeitet werden. Ich wollte Raspbian komplett neu aufsetzen, sämtliche Dinge außerhalb von FHEM manuell nachziehen (soweit noch aktuell) und FHEM möglichst einfach "rüberholen" - also neu installieren und dann die Config und individuelle Module nachziehen. Ich achte darauf, möglichst nur die Mainstream Module zu verwenden und nur in Ausnahmefällen auf Github Repositories oder zuletzt auf Module auszuweichen, die über Forums Postings bereitgestellt werden. Nicht falsch verstehen, ich bin dankbar für alles aus der Community und versuche, möglichst viel zurück zu geben.

Zuerst mal habe ich schrittweise den neuen Raspi hochgezogen, Mounts eingerichtet, User konfiguriert. Dann geht es an die Installation der Packages, wobei ich mich an dem orientiere, was ich aktuell noch in Verwendung habe. Ich hatte z. B. ganz am Anfang mal mit Pilight begonnen und das dann später auch in FHEM über die entsprechenden Module gemappt, aber mittlerweile war ich auf CUL & SIGNALduino und habe kein Pilight mer verwendet, also weg damit.

Zum Zeitpunkt X wurde es dann ernst: Alten Raspi runterfahren (zuvor fhem.service disabled, damit er notfalls ohne Konflikte wieder hochgefahren werden kann). Sämtliche Daten mehrfach gebackupt und den neuen Raspi soweit vorbereitet, dass er in wenigen Stunden in Betrieb gehen kann. Das meiste hat auch recht reibungslos funktioniert. Probleme hatte ich mit ein paar Conrad Temperatursensoren, die auf 433 MHz senden und die ich normalerweise mit meinem SIGNALduino empfange.

Die Fehlersuche gestaltete sich dann aber etwas "strange":
  • SIGNALduino empfängt keine 433 MHz Funk-Temperatursensoren mehr
  • Die 868 MHz Sensoren kommen über mein LaCrosse Gateway weiterhin sauber rein
  • Schalten von 433 MHz IT Steckdosen über den 433 MHz CUL funktioniert
  • Schalten von 433 MHz IT Steckdosen über den SIGNALduion (auch 433 MHz Sender) funktioniert nicht mehr (Abhängig von der Empfangsqualität habe ich teils den CUL und teils den SIGNALduino im Einsatz)

Nun habe ich zuerst natürlich den ganze SW-Stand des SIGNALduino überprüft. Es ist alles identisch zum alten Raspi eingerichtet, die Firmware ist ohnehin gleich geblieben. Zur Sicherheit habe ich nochmal die FW aktualisiert.
Nun ist mir aufgefallen, dass auch die Conrad Wetterstation die normalerweise die Daten der beiden 433 MHz Temperatursensoren empfängt nichts mehr anzeigt. Ales zur Sicherheit nochmal Batterien ausgetauscht, aber das hat auch nichts gebracht.
Nun hatte ich den Verdacht, dass mein SIGNALduino vielleicht etwas abbekommen hat und habe ihn zur Sicherheit am alten Raspi nochmal getestet. Dazu vorab den neuen Raspi runtergefahren, damit sich die beiden nicht in die Quere kommen. Ergebnis: Auch am alten Raspi funktioniert der SIGNALduino nicht mehr.
Hat vielleicht ein "Funk-Blitz" meine 433 MHz Geräte terminiert? Das würde immerhin erklären, warum auch die Conrad Wetterstation die überhaupt nichts mit FHEM zu tun hat ihre Temperatursensoren nicht mehr empfängt. Komisch aber, dass der 433 MHz CUL noch die Steckdosen schalten kann???

Irgendwann hatte ich dann die Erleuchtung: Bevor ich FHEM genutzt habe, hatte ich für Pilight eine einfache 433 MHz Sender/Empfänger Kombi auf einem individuellen PI-Hat aufgebaut. Um die Rechenlast für den Raspi zu reduzieren, hatte ich dann auch den ATTiny als Low-Pass Filter installiert. Selbst auf dem "alten" Raspi war die Pilight Software am Ende nicht mehr installiert.

Nun hat auf dem neuen Raspi diese Combo wohl ein Eigenleben entwickelt. Am Ende konnte ich es sehr genau nachvollziehen: Selbst wenn der Raspi runtergefahren war aber noch Strom hatte, konnte die Conrad Wetterstation die Temperatursender nicht empfangen. Wenn ich den Raspi aber vom Strom getrennt habe, dann sind innerhalb von 10-20 Sekunden die Temperaturwerte empfangen.
Ich hatte mir einen verdammten 433 MHz Störsender aufgebaut!!!  :'(

Also eine neue PI-Hat Platine aufgebaut (die ich nur für den Shutdown-Taster und den lokal angeschlossenen DHT-22 Sensor brauche) und alles ist plötzlich gut!

Wow, was für ein Ritt! Den wünsche ich keinem von euch!

VG, weini

Offline KölnSolar

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #1 am: 04 April 2020, 06:45:39 »
Schöne Geschichte. Mal wieder ein Beispiel, dass Funklösungen toll sind. Keine Kabel, keine Durchbrüche und in der Regel eine Art plug'n play. ABER wehe es treten Funkstörungen auf. Und wenn es dann heißt: Finde den Fehler, dann ist es zum verzweifeln.
Mich wundert in Deinem Fall die Besonderheit
Zitat
Schalten von 433 MHz IT Steckdosen über den 433 MHz CUL funktioniert
Schalten von 433 MHz IT Steckdosen über den SIGNALduion (auch 433 MHz Sender) funktioniert nicht mehr (Abhängig von der Empfangsqualität habe ich teils den CUL und teils den SIGNALduino im Einsatz)
Ist der S'duino ein nanoCUL ? Sprich, hatte das auch noch etwas mit der Hardware zu tun ?
Grüße Markus
RPi3/2 buster/stretch-SamsungAV_E/N-RFXTRX-IT-RSL-NC5462-Oregon-CUL433-CUL868-FS20A4-EMGZ-1W(GPIO)-DS18B20-CO2-USBRS232-USBRS422-Betty-Boop-EchoDot-OBIS(Easymeter-Q3/EMH-KW8)-PCA301(S'duino)-Deebot(mqtt2)

Offline Maista

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #2 am: 04 April 2020, 15:19:30 »
Moin

Für den Störungsfall könnte eventuell so etwas helfen
https://www.ebay.de/itm/283581334637

Mit diesem SDR kann man auch schön sehen wo die einzelnen Wetter-Sender ihr Unwesen treiben.
Man sieht auch schön was die Teile beim Anlegen der Spannung so treiben  ;D oder welche "Lattenzäune" erzeugt werden.

Beim letzten einschalten und reinhören auf ~868.300 MHz wunderte ich mich das hier der Tonträger vom ZDF
 zu hören war.
Zumal alle Analogen TV Programme doch abgeschaltet sind?!
Problem mangels Zeit aber nicht weiter verfolgt.

Gruß Gerd

« Letzte Änderung: 04 April 2020, 15:21:14 von Maista »

Offline Wernieman

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #3 am: 04 April 2020, 15:29:14 »
Es könnte auch ein kaputter Kabelverstärker sein ...

Hast Du eine Windows oder Linux Software dazu?
- Bitte um Input für Output
- When there is a Shell, there is a Way
- Wann war Dein letztes Backup?

Wie man Fragen stellt: https://tty1.net/smart-questions_de.html

Offline Maista

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #4 am: 04 April 2020, 17:49:23 »
Windows. Gibt's diverse. Aus England oder der Schweiz.
Sitz auf Terrasse. Name fällt mir gerade nicht ein.

Ich werde heute noch mal reinhören. Aber da ja nur noch DVB-C eingespeist wird (?) dürfte es keine analogen Tonträger mehr geben  ;D

Offline Maista

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #5 am: 04 April 2020, 18:10:21 »
Mein Fehler ;)
Homematic sendet ja bei 868.3 MHz.
Mein ZDF Tonträger ist bei 863.323 MHz :=)

Sieht aber "so Ähnlich aus" ;=)

Meine aktuell installierte Software (Windows) heißt SDR Console unter https://www.sdr-radio.com.
Oder das hier (Windows/Linux) https://airspy.com/download
(Windows/Linux/Android) https://www.rtl-sdr.com/big-list-rtl-sdr-supported-software/

Klingt interessant wenns um das Analysieren von unbekannten Signalen geht (Windows/Linux/MacOS) https://github.com/jopohl/urh

Rechner ist mittlerweile ein 6-Kern mit >3GHz Takt. Der alte PC mit 2 Kernen und 2GHz(?) hatte Probleme mit der Rechenleistung.
Der Ton wurde zum Teil nicht gescheit ausgegeben.

Ich schiele auch dauernd auf den HackRF aus China. Aber ~160€ will ich noch nicht ausgeben.

Im Anhang drei Screenshot von 433.92, 863.320 und 868.300MHz

Gruss Gerd

Update: Link zu alternativen Software für Windows/Linux
« Letzte Änderung: 05 April 2020, 13:39:49 von Maista »

Offline weini

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #6 am: 04 April 2020, 21:16:50 »
Hallo Markus!
Ist der S'duino ein nanoCUL ? Sprich, hatte das auch noch etwas mit der Hardware zu tun ?
Grüße Markus

Der SIGNALduino ist auch ein nano mit c1101. Tatsächlich habe ich später festgestellt, dass auch der 433er nanoCUL nicht 100% zuverlässig sendet und Empfangen war gar nicht mehr möglich. Die beiden Geräte sind im Wandschrank mit etwa 1,5m Abstand montiert. Der Raspi mit dem "Störsender" war sogar näher am 433er nanoCUL, aber anscheinend war der etwas "resistenter".

LG, weini

Offline Maista

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Antw:Eine irre Migrationsgeschichte mit mysthischen Einflüssen
« Antwort #7 am: 04 April 2020, 21:56:44 »
Moin zusammen

Je nach dem wie die Hardware aufgebaut ist, ist es nicht auszuschließen das sich die TRXe gegenseitig durch ihre Oszillatoren beeinflussen.
Vor allem wen man, wie überall zu sehen ist, auf Metallgehäuse verzichtet. Nicht ohne Grund sind in Funkgeräte interne Funktionsgruppen
abgeschirmt aufgebaut. Auch durch die Spannungszuführung/USB-Leitungen können sich diverse Störsignale verteilen.

Da muss man mit dem SDR-Empfänger nur mal näher an ein PC oder Mikrokontroller gehen, Thema EMV ;=)

Oder die Dinger sind an einem ESD-Schaden zu Grunde gegangen und haben dadurch eine Fehlfunktion bekommen.

Gruss Gerd

Info in https://forum.fhem.de/index.php/topic,109834.msg1038570.html#msg1038570 URLs zur Software ergänzt.
« Letzte Änderung: 05 April 2020, 13:53:03 von Maista »
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