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Abmahnung: Persönlichkeitsverletzung Datenschutz "Google Fonts"

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TomLee:
Hallo,

hier gibts doch genug Spezis, vor rd. etwas mehr als einem halben Jahr hab ich auf biegen und brechen (weil es liegt mir einfach nicht) aus meiner alten, bescheidenen Website eine etwas weniger bescheidene Website "gebastelt" und halt den Google-Font direkt über Google eingebunden.

Ein Screenshot mit Datum (13.09.2022) und des hervorgehobenen Link (<link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Open+Sans:300,300i,400,400i,600,600i,700,700i|Muli:300,300i,400,400i,500,500i,600,600i,700,700i|Poppins:300,300i,400,400i,500,500i,600,600i,700,700i" rel="stylesheet">) liegt dem Schreiben bei.

Muss ich den Vögeln jetzt wirklich die geforderte Summe in Höhe von 170 EUR überweisen ?

Thomas

Wernieman:
Guuute Frage .... am besten einen Anwalt fragen, der aber in der gleichen Höhe kostet.

Hinweis: Nicht in den bekannten "Webanwälten", die Webside berechnen kosten außerhalb der normalen Arbeitszeit und sind sehr teuer ....

Oder mal nach dem Schreiben im Netz suchen. Bei Massenabmahnungen .....

Und auch den Hintergrund: Ist die Seite rein Privat oder Beruflich? Aber s.o. Anwalt weiß es besser ...

JoWiemann:
Hm,

das wird ein spannendes Thema.

Grundsätzlich ist der Betreiber einer Webseite verpflichtet ein Impressum und eine Datenschutzinformation auf seiner Webseite/seinen Webseiten bereit zu stellen. Zu den Datenschutzinformationen gehören auch Hinweise zur Einbindung von Drittanbietern und der Übertragung von Daten, die es ihm ermöglichen eine Person zu identifizieren.

Klassische Themen sind immer wieder fehlende Hinweise zur Nutzung von Google Captcha und der damit verbundenen Übertragung von Personen beziehbaren Daten in USA. Schwierig ist hier die USA, da der Europäische Gerichtshof die Vereinbarung zum Privacy Shield gekippt hat. Somit ist grundsätzlich die Übertragung von Betroffene Daten in die USA als unzulässige zu betrachten.

Durch die dynamische Einbindung von Google Fonts wird die IP Adresse des aufrufenden Rechners übertragen. IP Adressen gelten als Personen beziehbare Daten. Über eine Übertragung in die USA muss der Betroffene informiert werden und es muss ihm die Möglichkeit gegeben werden dieser Übertragung zu wiedersprechen. Am Einfachsten, in dem er die Möglichkeit hat vor der Übertragung die Webseite zu verlassen.

Ob es sich in Deinem Fall um eine unlautere Massenabmahnung handelt müssen wohl Gerichte klären.

Festzustellen ist allerdings, dass die DSGVO (Englisch GDPR) zunehmend in Europa, auch gerichtlich, durchgesetzt wird. Bisher hat man sich eher auf große Firmen konzentriert. Allerdings ist zu erwarten das auch zunehmen kleinere Firmen, aber auch private Webseitenbetreiber, in den Fokus gelangen werden.

Grüße Jörg

drhirn:
Nicht zahlen, bevor du nicht einen Anwalt konsultiert hast.

War da eine "betroffene" IP-Adresse dabei? Wenn nein, müssen die zuerst einen liefern. Sonst kann das ja jeder behaupten.
Wenn eine dabei war, kannst du - falls vorhanden - die Webserver-Logs nach der IP durchforsten. Steht sie nicht drin, war der Vorwurf falsch. Steht sie drin, Anwalt.

In allen Fällen sofort die Google Fonts von lokal ausliefern.

In Österreich gibt's relativ viele Artikel zu dem Thema (futurezone.at, derstandard.at, Wirtschaftskammer). Ich weiß leider nicht, wie gut man die auf Deutschland umlegen kann. Dürfte nach kurzer Recherche aber nicht viel anders sein.

drhirn:

--- Zitat von: JoWiemann am 13 Oktober 2022, 18:29:17 ---Grundsätzlich ist der Betreiber einer Webseite verpflichtet ein Impressum und eine Datenschutzinformation auf seiner Webseite/seinen Webseiten bereit zu stellen. Zu den Datenschutzinformationen gehören auch Hinweise zur Einbindung von Drittanbietern und der Übertragung von Daten, die es ihm ermöglichen eine Person zu identifizieren.

--- Ende Zitat ---

Private (=ohne kommerziellen Hintergrund) doch nicht, oder?

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