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Heizungssteuerung Fußbodenheizung

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Hauswart:

--- Zitat von: fiedel am 19 November 2013, 10:22:23 ---Hydr. Abgleich gemacht, Raumregler original belassen

--- Ende Zitat ---
Darf man nachfragen, wie du den hydraulischen Abgleich bewerkstelligt hast? Ich stehe dieses Jahr vor dem gleichen Projekt, nur habe ich noch keine Lösung für den Hydraulischen Abgleich...

eldrik:
Das lässt man in der Regel durch einen Fachbetrieb durchführen :)

Greetz
Eldrik

fiedel:
Hi Hauswart,

unsere Heizung besteht aus einer Gasbrennwerttherme und ausschließlich Fußbodenheizung im ganzen Haus.
Wenn du Durchflussanzeiger im System hast, könntest du den Abgleich theortetisch berechnen (lassen). Das Ergebnis muss aber in der Praxis nicht unbedingt gut funktionieren, da die Anzeiger eher ungenau sind und es mehrere schlecht berechenbare Faktoren gibt. Daher würde ich "mein" Verfahren trotzdem so durchführen, auch wenn ich Anzeiger hätte.
Fachbetriebe rechnen mit einer Art "Strömungstheorie des Rohrnetzes", aber auch das ist nur Theorie...  ;)

Da ich keine Durchflussanzeiger im System habe, bin ich folgendermaßen vorgegangen:

Die theoretischen Ansätze sind:
- weit von der Heizung entferne, große Räume (z.B. Wohnzimmer) sind tendenziell unterversorgt
- nah gelegene, kleine Räume (HWR, Gäste-WC, Küche) sind tendeziell überversorgt und bilden einen "Volumenstrom- 
   Kurzschluss" für die weiter entfernten Räume
- der Volumenstrom sollte so wenig wie möglich eingeschränkt werden (Steller so wenig wie möglich/nötig zudrehen)
- der Volumenstrom sollte eine nicht zu hohe Geschwindigkeit haben (Kreislaufpumpe auf eher niedrige Drehzahen stellen)
- damit die Heizung möglichst wenig/nicht taktet -> Heizkurve möglichst flach einstellen
- das beste Ergebnis bekommt man, wenn man den Abgleich bei mittlerem und über den Testzeitraum konstantem Frost (ca.
   -3 ... -10 °C) durchführt

Alle Raumregler müssen voll auf sein, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird. Jetzt habe ich alle Steller voll aufgedreht und die Heizung eine möglichst geringe/passende Vorlauftemp. liefern lassen (ca. 29 - 35 °C). Dann die Temp. in allen Räumen messen und die Vorlauftemp. so einregeln, dass in den wärmsten Räumen die max. Solltemperaturen erreicht werden. Ggf. können die Steller der nahen, kleinen Räume schon vorab halb zugedreht werden.

Jetzt die Steller der nahen, kleinen Räume immer weiter zudrehen, sodass deren max. Solltemps noch erreicht werden, bzw. gerade etwas absinken - dann wieder ein klein wenig zurückdrehen (sicheres erreichen der max. Solltemp unter diesem Testszenario).
Die weiter entf., großen Räume sollten dadurch automatisch eine etwas höhere Temp. bekommen (thermische Versorgung verbessert sich).

Das ganze Testprozedere dauert ggf. über mehrere Tage, da die FBH sehr träge ist und man immer erst einen stabilen Zustand nach einer Änderung an den Stellern abwarten muss.

Damit ist die hydr. Justage beendet. Jetzt werden die Raumregler der Räume mit ständig abgesenkter Temp. (Schlafz., nicht bewohnte Räume) auf die gewünschte Solltemp. eingestellt (also z.B. 16°C). Dadurch erhöhen sich die Temps in den großen Räumen ggf. nochmals. Jetzt  erhöht man ggf. die Vorlauftemp. der Heizung so weit, dass die max. Solltemp in den großen, oder bislang kältesten Räumen erreicht, oder leicht überschritten wird. Jetzt können auch deren Raumregler auf die Wunschtemp. heruntergedreht werden.

Unser Heizsystem funktioniert so schon viele Jahre perfekt und energiesparend. Das habe ich anschließend an den Abgleich auch noch per Messung der Kondenswassermenge aus der Brennwertheizung geprüft. 

Viel Erfolg!

Frank

Hauswart:

--- Zitat von: fiedel am 21 Oktober 2014, 11:44:31 ---unsere Heizung besteht aus einer Gasbrennwerttherme und ausschließlich Fußbodenheizung im ganzen Haus.

--- Ende Zitat ---
Vielen Dank für deine Erklärung. Wir haben in unserem Haus zwei Wohnungen - Wohnung 1 nur FBH - Wohnung 2 nur normale Heizungen.

Diese beiden Heizkreisläufe werden direkt nach der Gasheizung getrennt. Der hydraulische Abgleichung des ganzen Hauses sehe ich als sehr schwierig und komplex an.
Daher möchte ich auch nur meine Wohnung mit vier Fussbodenheizkreisen hydraulisch abgleichen und per Thermostat die Temperatur regeln können.

Was verwendest du als Raumregler? Ein/Aus Stellantrieb oder einen variablen (Ventilöffnungsgrad) Stellantrieb (Max, Homematic HM-CC-RT-DN)?

fiedel:
Also ich steuere unsere Heizung quasi nicht per FHEM. Die läuft auf konstanter Temp. durch wenn sie an ist. Deshalb habe ich auch noch die originalen "an-aus"- Raumregler von Purmo dringelassen. Und die sind in den Wohnräumen immer voll auf, weil die Therme die VL- Temp immer passend liefert. Dazu habe ich noch eine kleine extra SPS- Steuerung eingebaut, in die FHEM nur leicht eingreift und die die Therme ca. alle 2 Stunden anspringen lässt.

Durch deine Konfiguration musst du ja die FBH eh über einen Mischer fahren, da die Kesseltemp. für die 2. Whg. viel höher sein muss. Dann kannst du die FBH genau so abgleichen wie beschrieben. Das "Energieproblem" sitzt dann auf der anderen Seite. Dort könntest du dich eher austoben mit Hydr. Abgleich, HM- oder Max- Thermostate, Fensterkontakte...
Hier noch eine gute Seite mit Ansätzen zum energiesparenden Heizen mit Heizkörper- Anlagen. Die hat mich auch u.a. zu meinem SPS- Projekt inspiriert.

Edit: Hier sind die genauen Zusammenhänge der Heizungsoptimierung erklärt.
 

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