Autor Thema: THZ Tecalor (LWZ Stiebel Eltron) Wärmepumpe -Optimierung und Erfahrungsaustausch  (Gelesen 276579 mal)

Offline willybauss

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So, ich denke, mit dem WW-Problem:

https://forum.fhem.de/index.php/topic,33452.msg636783.html#msg636783

bin ich durch. Ich habe, anstatt die Rückschlagklappen freizulegen, erst mal alle Parameter überprüft und während der WW-Bereitung ein paar Temperaturmessungen an Vor- und Rücklauf oben an der Anlage sowie an den Heizkreisverteilern gemacht. Dabei fiel mir auf, dass zwar direkt an der Anlage der Rücklauf warm wird, aber eben nur an der Anlage; die Rückläufe an den Heizkreisverteilern bleiben kalt. Daraus schließe ich, dass nicht wirklich ein Wärmetransport aus der Anlage in den Heizkreis erfolgt, sondern die Erwärmung des Rücklaufs dürfte ohne Wasserfluss, nur durch das innere Rohrsystem der Anlage verursacht sein. Das wiederum bedeutet, dass die Rückschlagklappen zu sein müssen, wie es sich gehört.

Beim überprüfen der Parametern fiel mir ein, dass ich im Winter  p99DHWmaxFlowTemp  verändert hatte: früher 60°C, jetzt 50°C. Ich wollte damit sicher gehen, dass nicht bei einem Defekt das WW überhitzt. Somit waren die Parameter:

p99DHWmaxFlowTemp:  50°C
p04DHWsetDayTemp:  44 °C
p05DHWsetNightTemp:  44 °C
p32HystDHW:  3K

Im Winter hat das auch gut funktioniert. Aber jetzt, wo es draußen warm ist, schießt während der WW-Bereitung die Vorlauftemperatur schneller in die Höhe als die WW-Temperatur (über den Wärmetauscher) folgen kann. Nun kommt der Bug ins Spiel:

Der Kompressor schaltet sich nicht dann ab, wenn die WW-Temperatur 50°C überschreitet, sondern wenn die Vorlauftemperatur 50°C überschreitet. Die WW-Pumpe richtet sich aber nach der WW-Temperatur, die noch nicht ihre 47°C erreicht hat und läuft deshalb weiter. Das schnelle Absinken der WW-Temperatur kommt vermutlich daher, dass das WW über den Wärmetauscher im Kreis rum gepumpt wird, wobei einerseits eine Durchmischung der Temperaturschichtung im Brauchwasserkessel erfolgt, andererseits erfolgt eine gewisse Wärmeabgabe an den Heizkreis über den Wärmetauscher (Rücklauf wird warm ...). Sobald die 41°C (Sollwert - Hysterese) unterschritten werden schaltet sich der Kompressor wieder ein, um gleich bei Erreichen der 50°C-Grenze wieder auszugehen. Das Spiel wiederholt sich, bis tatsächlich die 47°C WW-Temperatur erreicht sind.

Ich habe jetzt p99DHWmaxFlowTemp  auf 60°C zurück gestellt. Seither tritt der Fehler nicht mehr auf. Man sieht im Nachhinein auch, dass der Kompressor während der WW-Bereitung es nie auf mehr als 50°C Vorlauftemperatur geschafft hatte. Jetzt geht er wieder flott die 55°C-Marke an und alles ist wieder gut.

Also: p99DHWmaxFlowTemp  deutlich höher einstellen als WW-Solltemperatur + Hysterese !!!
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Offline TheTrumpeter

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Hm...

Den Parameter habe ich bisher unverändert auf 75°C stehen.
Das ist eigentlich viel zu viel. In den letzten Tagen hatte ich max. 59°C Vorlauftemperatur am Ende der Warmwasserbereitung.

Du meinst, wenn ich dort z.B. 55°C eintrage, schaltet der Kompressor wegen Überschreiten dieses Paramters ab, die Zirkulationspumpe läuft aber bis zum St. Nimmerleinstag weiter, sodass es zu rasche(re)m Auskühlen des Speichers kommt...
Wäre fast einen Versuch wert das auszuprobieren  >:(

Übrigens bin ich mir nicht sicher, ob es sich dabei um einen Bug handelt. Es könnte auch eine Art "Selbstschutzmechanismus" sein: Angenommen der Heizkreis wird, warum auch immer, zu warm. Dann wird der Verdichter abgeschaltet, um nicht noch mehr Wärme zu erzeugen. Die Pumpe läuft aber weiter, um die ungewollte Wärme möglichst rasch abzutransportieren. Die Pumpe müsste sich dann aber bei Unterschreiten der Temperaturschwelle auch wieder abschalten.


Das Verhalten bei der Passivkühlung von gestern hat sich auch heute wiederholt.
Was ich noch nicht verstehe: Die Freigabe wird bei 25°C zurückgenommen. Meine Sommer-Soll-Temperatur ist aber 24,5°C, die Hysterese für aktive Kühlung beträgt 0,5K. Die Sommer-Soll-Temperatur für den HK2 ist 25°C. Also entweder spielt die Hysterese da mit, oder es wird sogar die HK2-Temperatur genommen. Werde die nun ändern, um sicherzugehen.
« Letzte Änderung: 04 Juni 2017, 13:42:03 von TheTrumpeter »
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Offline willybauss

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Du meinst, wenn ich dort z.B. 55°C eintrage, schaltet der Kompressor wegen Überschreiten dieses Paramters ab, die Zirkulationspumpe läuft aber bis zum St. Nimmerleinstag weiter, sodass es zu rasche(re)m Auskühlen des Speichers kommt...
1. Läuft weiter: ja
2. bis zum St. Nimmerleinstag: nein, sh. unten
3. rasche(re)m Auskühlen des Speichers: ja

Wegen 3. springt schnell der Kompressor wieder an; die Wassertemperatur schaukelt sich in mehreren solchen Zyklen immer höher, bis sie die Solltemperatur (WW Soll + Hysterese) erreicht. Dann erfolgt das planmäßige Ende der WW-Bereitung. Deswegen das Nein bei 2.

Bei mir sprang der Kompressor innerhalb von 20 Minuten 4 - 5 mal an und lief immer nur für ne Minute oder so.

Bug oder nicht Bug - die Anlage läuft in einem Modus, der ihre Lebensdauer erheblich einschränkt und den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Zumindest eine Fehlermeldung im Fehlerspeicher könnte man ja erwarten, wenn der Kompressor in so einem Fall eine Zwangsabschaltung verpasst bekommt. Dann hätte ich nach 2 WW-Bereitungen bereits ca. 10 gleich lautende Fehlermeldungen gehabt. Der Normalkunde ohne Monitoring bemerkt diesen Fall ja erst mal gar nicht.
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Bug oder nicht Bug - die Anlage läuft in einem Modus, der ihre Lebensdauer erheblich einschränkt und den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Zumindest eine Fehlermeldung im Fehlerspeicher könnte man ja erwarten, wenn der Kompressor in so einem Fall eine Zwangsabschaltung verpasst bekommt. Dann hätte ich nach 2 WW-Bereitungen bereits ca. 10 gleich lautende Fehlermeldungen gehabt. Der Normalkunde ohne Monitoring bemerkt diesen Fall ja erst mal gar nicht.
Da bin ich bei Dir... die Hälfte ist ein Feature, die andere Hälfte ein Bug...


Wie versprochen habe ich heute den Datenlogger (kalibriert, +/-0,1K genau) zwecks Passivkühlung ausgewertet...
Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Austrittstemperatur an der Lüftungsdüse sinkt zwar kontinuierlich, sobald die Passivkühlung aktiviert wird, aber mehr als 3K unter die Ausgangstemperatur sinkt sie nicht. Die Aussentemperatur ist 10K niedriger, am LWZ-Austritt 7K niedriger.
Dabei verläuft das vermessene Lüftungsrohr vom Keller in einem Technikschacht ins OG und dann in der abgehängten Decke bis zur Schnabeldüse. Das ist bei allen Leitungen ins OG so, die Länge ist nur um wenige Meter unterschiedlich, d.h. die Messung wird für alle 3 Zimmer im OG gelten.
Die Leitungen im EG verlaufen vom Keller in einem Technikschacht und dann in der Isotherm-Schüttung im OG-Fussboden. Da ich im EG überall Tellerventile habe, in die der Datenlogger nicht reinpasst, kann ich hier keine Messung durchführen, analoger Aufbau für die Leitungen in die Kellerräume.
Ob die Rohrführung aber wirklich grossen Einfluss hat, bezweifle ich. Auch die Rohrlänge ist relativ ähnlich.

Die Plots sprechen Bände, am Eindrucksvollsten ist dabei gleich der erste Tag, wo die Aussentemperatur auf 10°C absinkt, an der Lüftungsdüse aber immer noch 20°C rauskommen. (Das sind zwar immer noch ca. 4K weniger als die Raumtemperatur, aber in den wenigen Stunden ist so natürlich keine Abkühlung zu erreichen.)
Die Innentemperatur habe ich in den Plots ausgeblendet, weil das Bedienteil nicht in dem Raum, in dem ich den Datenlogger hatte, gehängt ist. Der Raum mit dem Logger ist deutlich wärmer als das Bedienteil.

p75 auf 2 kann man also getrost bleiben lassen und das Geld für die Sommerkassette auch anderweitig investieren, weil der Effekt damit wohl vergleichbar mies sein wird.

Heute konnte ich nach der Parameterumstellung von gestern auch nicht mehr prüfen, bei welcher Aussentemperatur die Passivkühlung zurückgenommen wird, weil um 10:00 die zeitliche Rücknahme erfolgt ist. Die Maximaltemperatur bis dahin war 24,6°C, innen unter 22°C.

Wäre spannend mal zu messen, wie "schlecht" die Luft in einem Schlafraum bei deaktivierter Zuluft (p75 auf 1) wird... leider habe ich keinen CO2-Sensor dafür  :-\
(Ins Schlafzimmer käme zumindest ein bisschen frische Luft, weil der angeschlossene Schrankraum ein Abluftraum ist. Die Kinderzimmer würden aber keine Frischluft mehr bekommen...)

Und offen ist auch, ob der Bug bzgl. Freigabe/Rücknahme der Passivkühlung auch bei p75=1 auftritt.
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Anderes Thema:
Reduktion der Kompressorstarts durch WW-Bereitung am Ende der Heizphase

Zwar ist grad keine Heizperiode, aber dafür kann man sich ja schonmal Gedanken machen, was in der Heizperiode noch optimiert werden könnte...
Die WW-Bereitung läuft "out of the LWZ" komplett unabhängig von den Heizphasen, wobei WW Vorrang ggü. Heizung hat, d.h. die Heizung bei WW-Bedarf unterbrochen wird.
Dabei wäre es doch sinnvoll, die WW-Bereitung direkt nach der Heizphase zu starten, ohne den Kompressor auszuschalten. Das reduziert einerseits die Anzahl der Kaltstarts und andererseits müsste es die Effizienz der WW-Bereitung (minimal) erhöhen, weil die Vorlauftemperatur durch die Heizphase bereits höher ist.

Die Steuerung "out of the LWZ" kann das nicht.

Meine WW-Bereitung läuft mittlerweile nur noch 1x am Tag, zeitgesteuert "out of the LWZ" zwischen 15:30 und 17:00. Sollte die WW-Temperatur ausserhalb dieser Zeit unter die Absenktemperatur sinken, greift FHEM ein und heizt ordentlich auf. So ist sichergestellt, dass a) immer ausreichend warmes Wasser verfügbar ist und b) nicht versehentlich nur auf die Absenktemperatur "aufgeheizt" wird.
(Das Eingreifen via FHEM ist so gut wie nie nötig: der Zähler steht auf 12, wobei ich seit der Umsetzung die Absenktemperatur nochmal verringert habe; seitdem war es nur noch 1 oder 2x nötig.)

Der nächste Schritt wäre nun, nicht bis 15:30 zu warten, sondern am Ende der davorliegenden Heizphase bereits das WW via FHEM aufzuheizen. Der Start könnte erfolgen, wenn das Integral schon recht gut vollgelaufen ist, aber immer noch rechtzeitig, um noch "sicher rechtzeitig" zu triggern, beispielsweise 20Kmin unter der Abschaltschwelle.

Damit müsste der Kompressorstart aus der WW-Bereitung komplett wegfallen, oder?
Andere Überlegungen dazu?
Bessere Vorschläge oder Argumente dagegen?

Hat jemand schon die Zähler der Verdichterstarts gefunden? Am Bedienteil wird das leider nicht angezeigt  :-\
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Ich schließe daraus, dass der Verlauf der Lüftungsrohre innerhalb des Hauses die Luft so stark vorwärmt, dass kaum Kühlwirkung am Luftaustritt übrig bleibt. Wenn man der Sache was gutes abgewinnen will kann man argumentieren, dass dadurch ja der Zwischenboden, in dem die Rohre laufen, gekühlt wird. Das wirkt dann  - womöglich Tage später -  ja ebenfalls kühlend. Aber da müsste man wohl schon ein Thermometer mit vielen Nachkommastellen nehmen um das messtechnisch nachzuweisen.

Evtl. kann ich in den nächsten Tagen den Nachweis der Luftqualität bringen, wenn man bei Passivkühlung Mode 1 nachts das Schlafzimmerfenster schließt. Ich wohne nahe an einer Bahnstrecke, die gerade renoviert wird. Der Bauzug war heute noch ca. 5km entfernt und schafft 1 - 2 km pro Tag. Irgendwann im Lauf der Woche wirds laut. Wenn das nachts ist haben wir das CO2-Ergebnis.

Im angehängten Bild dürft ihr raten wann ich aus dem Urlaub kam und im Schlafzimmer den Schlafsack zum Lüften ausgelegt habe. Vielleicht hätte ich doch Daunen nehmen sollen statt Kunstfaser ...
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Offline willybauss

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Anderes Thema:
Reduktion der Kompressorstarts durch WW-Bereitung am Ende der Heizphase
...
Klingt alles plausibel, wird auch sicher nicht zum Nachteil von Lebensdauer und Verbrauch sein. Ob es einen messbaren Vorteil bringt wird man nur vermuten können.

Ich werde sowas trotzdem nicht machen, da es meiner Philosophie widerspricht. Die besagt, dass die Funktion "out of the THZ" oder auch out of the Lichtsteuerung, out of the Rollladensteuerung, Rauchmelder oder was auch immer ... erhalten bleiben muss, wenn fhem nicht läuft. Bei mir fallen dann nur zusätzliche Komfortfunktionen weg, die ich ohne fhem nicht hätte, z.B. die automatische Drehzahlsteuerung der Lüfter in Abhängigkeit von der Luftqualität. Aber die grundlegende Funktion, z.B. immer warmes Wasser zu haben, muss unabhängig vom Gesundheitszustand meines Raspi erhalten bleiben. Sonst gibts Ärger mit dem WAF - und das zurecht.
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Bei mir fallen dann nur zusätzliche Komfortfunktionen weg, die ich ohne fhem nicht hätte, z.B. die automatische Drehzahlsteuerung der Lüfter in Abhängigkeit von der Luftqualität. Aber die grundlegende Funktion, z.B. immer warmes Wasser zu haben, muss unabhängig vom Gesundheitszustand meines Raspi erhalten bleiben. Sonst gibts Ärger mit dem WAF - und das zurecht.
Umsetzen ließe sich mein gestriger Vorschlag - WW-Bereitung abhängig von Heizphase - bei Dir ja trotzdem.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es oft angestossen würde, wäre aber gering. Wenn ich Deine Parameter aus dem WW-Problem richtig im Kopf habe, hast Du 44°C Solltemperatur und 3K Hysterese. Du müsstest die WW-Bereitung dann eben bereits bei Unterschreiten z.B. der halben Hysterese starten, wenn die Heizphase gerade dem Ende zugeht.
(Ich fahre übrigens mit 43,5°C und 3,5K, weiterhin in der unteren Fühlerposition. Wenn nicht der ganze Speicher durch tagelanges nicht-beziehen von WW langsam abkühlt, sondern durch gelegentliche WW-Aufnahme von unten kaltes Wasser zugeführt wird, merkt man subjektiv keinen Unterschied, ob der Speicher gerade 47°C oder 40°C anzeigt.)

Ansonsten bin ich bei Dir was die grundlegenden Funktionen betrifft.
Das Thema mit dem WW, das ich schon umgesetzt habe, stellt für mich einen Grenzfall dar. Spätestens um 15:30 wird jedenfalls durch die LWZ "out of the box" das WW auf 47°C hochgeheizt. Das reicht dann in jedem Fall für 2x duschen am Abend sowie ggf. Baden der Tochter am nächsten Vormittag. Und selbst danach ist das Wasser nicht kalt, ich habe nur noch nicht ermittelt, wieviel warmes Wasser dann noch drin wäre. Im Winter sicher weniger, im Sommer wohl noch mehr als genug.
Würden wir unsere Gewohnheiten  grundlegend ändern, müsste eventuell eine Anpassung erfolgen. Aber das auch nur, wenn zusätzlicher massiver WW-Verbrauch (z.B. baden statt duschen oder mehrmals duschen oder weitere Mitbewohner) erforderlich wäre.
Wenn ich auf "Nummer sicher" gehen will, muss ich nur eine zusätzliche WW-Bereitung per LWZ-Zeitprogramm in der Nacht laufen lassen. Dann sind alle Eventualitäten abgedeckt, dafür hätte ich wohl öfter mal 2 statt 1 WW-Bereitung am Tag und der Effizienzgewinn durch die wärmere Luft am Nachmittag wäre im Winter auch dahin.
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Du müsstest die WW-Bereitung dann eben bereits bei Unterschreiten z.B. der halben Hysterese starten, wenn die Heizphase gerade dem Ende zugeht.
Wie mache ich das, wenn die Anlage der Meinung ist, nachheizen sei noch nicht nötig? Vermutlich änderst Du per fhem einen Parameter (WW-Temp., Hysterese, ...)? Es mag unwahrscheinlich sein, aber wenn genau in dem Augenblick, in dem der gefakte Parameter aktiv ist, fhem abschmiert, dann wird er nie mehr auf den originalen Wert zurück geändert.
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Wie mache ich das, wenn die Anlage der Meinung ist, nachheizen sei noch nicht nötig? Vermutlich änderst Du per fhem einen Parameter (WW-Temp., Hysterese, ...)? Es mag unwahrscheinlich sein, aber wenn genau in dem Augenblick, in dem der gefakte Parameter aktiv ist, fhem abschmiert, dann wird er nie mehr auf den originalen Wert zurück geändert.
Ohne Parameteränderung geht das natürlich nicht, da hast Du Recht.
Um eine zusätzliche WW-Bereitung zu triggern, überschreibe ich den Wert der Nachttemperatur (niedriger Wert) mit dem Wert der Tagtemperatur (hoher Wert, siehe mein letzter Beitrag). Wenn danach FHEM abschmiert, habe ich eben keine Absenktemperatur mehr, sondern die WW-Bereitung findet häufiger statt - ähnlich häufig wie bei einem 0815-User ohne FHEM-Einsatz. (Durch die grössere Hysterese immer noch seltener als bei den meisten anderen...)

Wenn Du keine Absenktemperatur hast (bzw. die Zeitprogramme nicht verwendest), kannst Du beispielsweise den Wert der Hysterese verringern, um die WW-Bereitung zu starten und direkt nach dem Start wieder hochsetzen. Das Zeitfenster für den Fehler ist dann recht gering. Im schlimmsten Fall erreichst Du dann keine 47°C mehr, sondern nur noch 45,5°C oder 46°C. Diese Auswirkung wird an der tatsächlichen Wassertemperatur in der Dusche nicht feststellbar sein.

Übrigens fällt mir gerade ein, dass Deine Umschaltung von Automatik- in WW-Modus bei laufendem Winterbetrieb bezüglich FHEM-Ausfall ja auch nicht problemlos ist. Da kann Dir was ähnliches passieren. Oder kontrolliert Deine Frau jeden Tag mehrmals täglich, ob am Bedienteil "WW-Betrieb" steht, wenn ihr subjektiv zu kalt ist?
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Übrigens fällt mir gerade ein, dass Deine Umschaltung von Automatik- in WW-Modus bei laufendem Winterbetrieb bezüglich FHEM-Ausfall ja auch nicht problemlos ist. Da kann Dir was ähnliches passieren. Oder kontrolliert Deine Frau jeden Tag mehrmals täglich, ob am Bedienteil "WW-Betrieb" steht, wenn ihr subjektiv zu kalt ist?
Da hast Du wohl recht. Andererseits hatte ich die Umstellung früher von Hand gemacht. Worst case wird es dann wieder auf Handarbeit raus laufen, wenn es zu kalt wird - also keine Verschlechterung im Vergleich zum Originalzustand.
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So wie es beschrieben ist, ist "Kühlen" eine Art von "Heizen", nur eben mit umgekehrtem Kreislauf. Es wird ja beispielsweise auch die "Heizkreistemperatur" berechnet, anhand derer der Kühlbedarf ermittelt wird.
Aber egal, da kommt es auf einen Versuch an.
So, dieses Rätsel kann ich nun lösen...

Im WW-Betrieb wird die "aktive Kühlung" freigegeben und kann verwendet werden.

Es werden auch die Leistungen im Reading sGlobal angezeigt:
actualPower_Qc: 8325.222 actualPower_Pel: 3.331Im Reading sHC1 scheint sich aber, abgesehen von Vor- und Rücklauftemperaturen sowie HC1-Ist-Temperatur, nichts zu tun. Die HK1-Solltemperatur steht auf 8°C wg. WW-Betrieb, die Raum-Soll-Temperatur übernimmt aber den Wert von p01/p02 abzüglich der Kühl-Hysterese.
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Wird es merklich kühler als ohne WP-Unterstützung? Wie kalt fühlt sich dann der Boden an - erträglich oder kalt? Wenn meine THZ303 SOL mal das Zeitliche segnet will ich auch sowas. Wird aber hoffentlich noch 15 Jahre dauern.
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Wird es merklich kühler als ohne WP-Unterstützung?
Die Antwort ist ein klares JEIN.

Ich habe die Kühlung im 1. oder 2. Jahr nach dem Einzug mal ausprobiert.
Damals war ein extrem warmer Sommer und es auch schon recht warm im ganzen Haus, als ich es aktiviert habe. Wir haben damals nie mittels Fensteröffnen versucht Abkühlung zu erreichen.
Zu dem Zeitpunkt war die Anlage sowie die Heizkreisverteiler noch ziemlich im Auslieferzustand, d.h. alle Kreise offen, HK-Pumpe auf 70%. Die Kühlparameter waren - abgesehen von der Soll-Raumtemperatur ebenfalls unverändert.
Damals war der Effekt schon deutlich zu spüren, ich meine mich zu erinnern innerhalb 1 oder 2 Tagen -1.5-2K geschafft zu haben.

Dann kamen Kompressortausch sowie neue Platine und SW-Updates. Ob ich es danach nochmal mit geöffneten Heizkreisen probiert habe, weiss ich nicht mehr.
Letztes Jahr, nach dem ersten Durchgang der HK-Drosselung und Raumbedienteiltausch (deutlich zu geringe Feuchte-Werte mit dem alten - Feuchteschut!), habe ich es wieder aktiviert und hatte das Gefühl, dass es nix bringt. Ich hatte subjektiv auch den Eindruck, dass der Kompressor immer nur kurz anläuft. Damals hatte ich aber - im Gegensatz zum Initialversuch, den gesamten Keller-Kreis am HK-Verteiler geschlossen, weil es dort nie zu warm ist.

Jetzt habe ich ja im vergangenen Winter erneut an den HK-Ventilen gedreht sowie die HK-Pumpe auf 100% gesetzt, sodass nun sicher mehr Durchfluss da ist als zuletzt.
Nun habe ich am Montag mit diesen deutlich geänderten Randbedingungen die Kühlung wieder aktiviert, ohne den Keller-Kreis zu schliessen.
Diesmal habe ich die Monitoring-Möglichkeit, sodass ich hoffentlich nachvollziehen kann, was passiert.

Ich habe es jetzt mal so eingestellt, dass die Kühlung zwischen 20 und 6 Uhr läuft, und zwar unabhängig von der Raumtemperatur durch setzen einer sehr niedrigen Nacht-Solltemperatur.
In der ersten Nacht von Montag auf Dienstag ist der Kompressor erstmal 3 Stunden gelaufen, um sich nach 1,5- und 2-stündigen Pause dann noch 1 bzw. 0,75 Stunde einzuschalten. Die Temperatur am Raumbedienteil ist ggü. Nächten ohne Kühlung um 0.5K gesunken; in den wärmeren Räumen mit vollständig geöffnetem HK ist es deutlich mehr nach unten gegangen.
Von gestern auf Heute hat es anfangs auch gut ausgeschaut, der Verdichter aber nur 2 Stunden ein und  dann über 4 Stunden aus; danach fing der Kompressor plötzlich an, sich kurz ein- und gleich wieder auszuschalten, 4x hintereinander jeweils nach der 20min-Sperrzeit. Danach lief er ca. 30min durch und hat anschliessend erneut 2x kurz ein- und wieder ausgeschaltet.
Warum kann ich nicht sagen. (Ggü. der ersten Nacht habe ich lediglich die Raumsoll-Temperatur umgestellt; sie war aber immer noch in dem Bereich, in dem die Kühlung permanent freigegeben und auch aktiv war.)

Wie kalt fühlt sich dann der Boden an - erträglich oder kalt?
Mit Fliesen/Feinsteinzeug schon recht kalt und barfuss für kürzere Zeit gerade noch erträglich, Holz/Laminat nach meinem Empfinden problemlos.
Allerdings habe ich die Kühlung derzeit nur über Nacht aktiv, weil ich hoffe, dass der Boden tagsüber, wenn meine kleine Tochter recht viel Zeit dort verbringt, nicht ganz so kalt ist. Gemessen habe ich das aber noch nicht.


Insgesamt habe ich noch nicht alle Parameter verstanden. Es sind zwar nur ganz wenige, aber die sind praktisch nirgends beschrieben.
Raumsolltemperatur und zugehörige Hysterese (Hyst.-Raumtemp) sind klar.
Es gibt aber noch
"HK Temp. kühlen" (10-30°C, Default 18°C), aktuell auf 18°C
"Hyst. Vorlauftemp" (0.5-3°C, Default 0.5°C), aktuell auf 3°C

Meine Vermutung zu "HK Temp. kühlen" ist, dass die Solltemperatur für den HK, die aus Vorlauf-Rücklauf berechnet wird, nicht wie beim Heizen abhängig von diversen Parametern ist, sondern damit "hart vorgegeben" wird. (Möglicherweise ist das der Wert x08 von sHC1, das kann ich heute Abend mal ausprobieren.)
Zu "Hyst. Vorlauftemp" habe ich keinerlei Idee. In den bisherigen Plots sehe ich nicht, welchen Einfluss das hätte.

Wie gesagt weiss ich noch nicht, warum es zu dem häufigen Ein- und Ausschalten kommt.
Meine Vermutung ist, dass die Anlage wegen einer ungünstigen Konstellation irgendeinen Wert sieht, der gleich wieder zum Ausschalten führt.
Wenn beispielsweise die Vorlauftemperatur beim Fühler zu schnell zu stark sinkt, sodass der Feuchteschutz zuschlägt, kann ich das natürlich nicht beeinflussen, da die HK-Pumpe schon auf 100% ist.
Wenn einer der anderen Parameter dafür sorgt, kann ich hoffentlich daran drehen. Dafür muss ich aber wissen, was sie tun.

Vielleicht drehe ich heute Abend mal die Intervalle für sGlobal und sHC1 auf 1 Minute. Möglicherweise sehe ich dann, was passieren könnte.
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Meine Vermutung zu "HK Temp. kühlen" ist, dass die Solltemperatur für den HK, die aus Vorlauf-Rücklauf berechnet wird, nicht wie beim Heizen abhängig von diversen Parametern ist, sondern damit "hart vorgegeben" wird. (Möglicherweise ist das der Wert x08 von sHC1, das kann ich heute Abend mal ausprobieren.)
x08 ist jedenfalls was anderes. Habe die "HK Temp. kühlen" auf 17.5°C gesetzt, x08 bleibt stur auf 18.

Wie gesagt weiss ich noch nicht, warum es zu dem häufigen Ein- und Ausschalten kommt.
Meine Vermutung ist, dass die Anlage wegen einer ungünstigen Konstellation irgendeinen Wert sieht, der gleich wieder zum Ausschalten führt.
Ein Unterschreiten der HK1-Ist-Temperatur von oben erwähntem "HK Temp. kühlen" scheint kein Abschaltgrund zu sein.
Ich habe die Plots der letzten 2 Tage durchgeschaut und habe da längere Zeiträume, wo die HK1-Ist-Temperatur unter 18°C liegt.


Vielleicht drehe ich heute Abend mal die Intervalle für sGlobal und sHC1 auf 1 Minute. Möglicherweise sehe ich dann, was passieren könnte.
So läuft es jetzt mal heute Nacht, mal sehen...
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