Autor Thema: Kurzbericht zum Homematic Funk-Kombi-Sensor OC3 (aka KS550)  (Gelesen 2329 mal)

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Habe den HM-WDS-OC3 (Homematic Funk-Kombi-Sensor OC3, hier auch unter KS550
diskutiert bzw. programmiert) nun seit einigen Wochen und wollte kurz
berichten, wie er sich so macht.


* Messwerte

Es werden Messwerte übertragen zu:

   - Temperatur
   - Feuchtigkeit
   - Helligkeit (arbiträre Skala)
   - Sonnenscheindauer (Wrap-around Zähler, Schwelle einstellbar)
   - Regen (ja/nein)
   - Niederschlagsmenge (Wrap-around Zähler)
   - Windstärke
   - Windrichtung
   - Windrichtungsschwankungsbreite (höchstens 67 Grad)


Dazu sollte man folgendes wissen:

   - Helligkeit ist linear, bei Dunkelheit scheint der Sensor immer 8
   anzuzeigen, höchstens 255. Es handelt sich nicht um irgendwie geeichte
   Einheiten. Falls man etwas besseres braucht, kann man z.B. nach "brauchbarer
   Helligkeitssensor" suchen oder aber das  Problem softwaretechnisch angehen,
   z.B. : http://www.fhz-forum.de/viewtopic.php?f=27&t=4856
   - Die Sonnenscheindauer wird dadurch bestimmt, daß der Helligkeitssensor
   über einer bestimmten Schwelle liegt.  Dieser Wert ist (zumindest über die
   CCU) einstellbar.  Es ist natürlich nicht garantiert, daß dann wirklich die
   Sonne scheint, umgekehrt kann die Sonne (gerade bei Auf- und Untergang)
   scheinen, ohne daß es gezählt wird. Der Zähler läuft irgendwann über, das
   muß softwaretechnisch behandelt werden
   - Temperatur scheint soweit ok, zeigt schnell an und läßt sich auch durch
   Sonnenbestrahlung zumindest zu dieser Jahreszeit (Winter) nicht sichtbar
   beeindrucken.  Wahrscheinlich empfiehlt sich dennoch ein Aufstellen im
   Schatten. Die Werte entsprechen denen, die man mit anderen Fühlern mißt
   - Feuchtigkeit ist ja immer etwas schwieriger, subjektiv reagiert der
   Fühler schneller, als ich das bei anderen Fühlern gesehen habe (was
   zugegeben nicht viel heißt)
   - Niederschlagsmessung funktioniert, liefert ähnliche Werte, wie ein
   anderes Meßgrät, habe es aber nicht geeicht.  Es gibt leider keine
   Möglichkeit zur Heizung, im Winter mißt man also bei Schnee und Eis gar
   nichts. Auch hier läuft der Zähler irgendwann über, das muss ebenfalls
   softwaretechnisch behandelt werden
   - Der Regensensor ist bauartbedingt nicht wirklich sinnvoll nutzbar, die
   Anzeige erfolgt stark verzögert (nämlich dann, wenn Wasser durch den
   Trichter geflossen ist), dann ist die Markise aber im Zweifel mindestens
   schon feucht.  Wem das wichtig ist, der sollte einen speziellen Regensensor
   verwenden, wie z.B. in den FHZ Newsgroups beschrieben:
   http://www.fhz-forum.de/viewtopic.php?f=31&t=4266&start=40
   - Das Windrad hat einen sehr hohen Anfangswiderstand und misst
   entsprechend nur bei stärkeren Winden etwas.  Deutlich billigere Modelle
   reagieren deutlich feinfühliger.  Momentan kann ich nichtsagen, ob die
   Messung auch von den Werten her sinnvoll ist
   - Die Messung der Windrichtung ist hingegen sehr sensibel und spricht
   auch auch sehr schwache Winde an.  Führt oft dazu, daß Wind aus allen
   Richtungen kommt :-)
   - Die Schwankungsbreite der Windrichtungen ist bei mir kaum sinnvoll
   nutzbar.  Sie ist auf höchstens 67 Grad beschränkt und durch die oben
   beschriebene niedrige Ansprechschwelle, werden die durch vorhandene
   Verwirbelungen eigentlich immer gemessen


* Mechanik und Aussehen

Der Sensor ist relativ groß (etwa Personengröße), besteht aus einem
(geteilten) Edelstahlrohr mit einem 3-zinkigen Aufsatz aus aluminiumfarbenen
Plastik.

Das untere Ende ist gequetscht, so dass man es in die Erde rammen kann.
Funktioniert zumindest bei kompaktem Boden mehr schlecht  als recht. Daran
denken, erst mit Holzklotz den unteren Teil einzuschlagen, bevor man das
Ganze montiert.  Ja nachdem ist eine Montage  mit Schellen und/oder
Kabelbindern vorzuziehen.

Bei der Montage des Kombisensors darauf achten, dass der Sensor zugänglich
bleibt wegen:
- Reinigung Regensensor
- Batteriewechsel
Wie oft die Batterie getauscht werden muß, kann ich noch nicht sagen, aber
wahrscheinlich mindestens einmal im Jahr.  Es gibt in den  Foren Vorschläge,
eine ständige Spannungsversorgung zu montieren, macht möglicherweise
zumindest bei Montage auf dem Dach Sinn,  Meinungen hierzu z.B.
http://www.fhz-forum.de/viewtopic.php?f=27&t=3889&start=0

Die Montage der Sensoren selbst ist etwas fummelig, aber sicher für alle
normal begabten Handwerker problemlos machbar.

Mechanisch ist das Ganze nur bedingt stabil.  Durch die Batterien hat der
Regenmesser ein relativ hohes Gewicht.  Obwohl ich ihn in den Boden gerammt
habe, ist er mir schon bei starkem Wind einmal umgefallen und prompt der
gesamte Regensensor abgebrochen.  Ist jetzt mit viel Klebeband wieder
geflickt und funktioniert auch, aber
letztlich doch etwas ärgerlich.  Also auf jeden Fall sorgsam behandeln
und gut fixieren.


* OC3 und FHEM

Zum Thema FHEM gibt es noch nicht viel zu sagen. Der Sensor wird
grundsätzlich unterstützt, Temperatur, Feuchtigkeit, Regen und Windstärke
werden nach einigen initalen Problemen Dank Rudolf mittlerweile korrekt in
Grafiken angezeigt.

Die restlichen Meßdaten sind grundsätzlich verfügbar, aber nicht grafisch
aufbereitet.  Das wartet auf jemanden, der/die sich mit SVG besser auskennt
als ich.

Zum Thema KS550 sagt Homematic inside:

> Die Kombination WS/KS 550 kann an die HomeMatic-Zentrale angelernt
> werden. Die aktuelle Firmware ist allerdings schon etwa 1 Jahr alt!
> Der KS550 funkt mit dem BidCoS-Protokoll, jedoch ist er nicht
> vollständig HM- kompatibel (laut ELV-Support ein etwas anderes
> Protokoll als beim OC 3), was zu Problemen führen kann (z.B. nach
> einem Batteriewechsel)!

Dazu kann ich nichts weiter sagen, weil ich den OC3 habe :-)


* Zusammenfassung

Alles in allem kann ich den OC3 durchaus empfehlen, er arbeitet
zuverlässig.  Außer den mechanischen Problemen habe ich keine großen  
Probleme mit dem Gerät.  Ärgerlich ist für mich die hohe Ansprechschwelle
für die Windmessung.  Da hätte ich für den Preis mehr erwartet.

Allerdings muß man seine Erwartungen insoweit herunterschrauben, als die oft
diskutierte Markisensteuerung (bei Regen ein-, bei Sonne ausfahren) mit dem
OC3 wohl nicht sinnvoll realisierbar ist.  Wer so etwas im Sinn hat, legt
sein Geld vielleicht doch besser in anderer Hardware und insbesondere in
spezifischen Fühlern an.

Gegebenenfalls möchte man Sachen nochmal selbst berechnen.  Falls man das
(noch) nicht in FHEM machen möchte, gibt es immer noch die CCU. Dazu z.B.  
http://www.fhz-forum.de/viewtopic.php?f=27&t=4691&start=48

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