Intelligentes Messystem mit Optokopf auslesen?

Begonnen von Jackie, 30 April 2024, 08:14:34

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Prof. Dr. Peter Henning

#30
Zitat von: Jackie am 12 Mai 2024, 21:10:27Was ist denn das für ein abstruses Rechtsverständnis?
Die gesetzliche Lage ist leider so, dass bei Umbauten am Zählerschrank der Bestandsschutz erlischt und die aktuellen VDE-Regeln eingehalten werden müssen. Auch wenn diese sich erst vorgestern geändert haben. Dafür steht der Elektriker gerade - sonst verliert er seinen Eintrag in die Liste der anerkannten Unternehmen.

Mehr dazu hier: https://www.zaehlerschrank24.de/faq/article/was-ist-ein-apz/

Über die Tatsache, dass man in Deutschland nicht einmal einen im Baumarkt gekauften Wandschalter selbst einbauen darf, ohne seinen Versicherungsschutz zu gefährden, habe ich schon 2016 in den "SmartHome Hacks" gelästert. Es gibt aber noch mehr Beispiele dafür, dass Berufsverbände in Deutschland Vorschriften durchgesetzt haben, die für die betreffenden "Fachleute" eine Lizenz zum Gelddrucken sind - und vorwiegend ein Ärgernis für die Kunden: Legionellenprüfung, hydraulischer Abgleich, Feuerstättenschau, Brandschutz, Energieberatung, etc.

Merke: der deutsche Bürokrat steht dem deutschen Bürger grundsätzlich misstrauisch gegenüber.

LG

pah

RalfRog

Müsste @Jackie nicht aus der Nummer "Umbau" schon raus sein (Antrag, Genehmigung und damit Anforderung was eventuell zusätzlich rein muss, RfZ und/oder ApZ).
Ist der Zählerschrank nicht schon vor 15 Monaten "abgenommen" und ein zur PV-Anlage passender Zähler in den akzeptierten Zählerschrank eingebaut worden  :o

Jetzt soll lediglich die Bestandsanlage zum einem iMSys ergänzt werden mit Gateway und vielleicht nochmal neuem Zähler  ::)

Anmerkung :
Das Connexa von Theben bei mir hatte die Möglichkeit eine externe Antenne für den Mobilfunk zu verwenden.

Aufgrund dieses Threads hab ich mal ein wenig bei Hager gesurft und geschaut wie die Schränke nach VDE-AR-N 4100:2019-04 aussehen müssen. Spannend und verrückt  :-X
FHEM auf Raspi 2B mit nanoCUL, HM-MOD-RPI-PCB und über LAN MAX!Cube mit a-culFW (Stack 868 + 433)
HM- Fensterkontakte, UP-Schalter, Bewegungsmelder und ein Rauchmelder

KölnSolar

Ist sicherlich ein Streitfall. Eine "Abnahme" ist das ja nicht gewesen. Tatsache ist nur, dass der Elektriker einen Zählerantrag in 2022 gestellt hat und nun ein Zählerschrank vorliegt, der nicht den VDE-Anforderungen entspricht.

@pah
Die Apator-Zähler werden auch im Rheinenergie-Gebiet als "moderne Messeinrichtungen" eingebaut. Ob die dann auch bei einem iMSys herhalten werden ist noch unbekannt.
Ohne Pin konnte ich einem Apator testweise per IR u. OBIS-Modul die Zählerstände entlocken. Leistungsdaten/Phase leider nicht. :'(


Grüße Markus   
RPi3/2 buster/stretch-SamsungAV_E/N-RFXTRX-IT-RSL-NC5462-Oregon-CUL433-GT-TMBBQ-01e-CUL868-FS20-EMGZ-1W(GPIO)-DS18B20-CO2-USBRS232-USBRS422-Betty_Boop-EchoDot-OBIS(Easymeter-Q3/EMH-KW8)-PCA301(S'duino)-Deebot(mqtt2)-zigbee2mqtt

JoWiemann

#33
Zitat von: Christoph Morrison am 10 Mai 2024, 13:49:39
Zitat von: Prof. Dr. Peter Henning am 09 Mai 2024, 18:22:25Neben der Echtzeitauslesung durch das EVU haben die Dinger noch etwas Übles drin: Sie können nämlich durch das EVU gedrosselt werden.

Das haben nicht alle Smart Meter per se implementiert, in DE für "normalen" Haushaltsstrom zum Beispiel ist kein "remote off" und keine Lastdrosselung vorgesehen. Fun fact: Deshalb kommt das bei Blackout in Deutschland auch gar nicht vor, wohl aber in IT, AT und in Skandinavien, wo entsprechende Funktionen genutzt werden.

Das mag sich natürlich in Zukunft auch in DE ändern; die "Spitzenglättung" ja auch angeblich nur eine VT als ich entsprechende Tickets schon in einem Softwareprojekt auf dem JIRA-Board hatte. Aber VT haben heute ja auch nur eine Lebensdauer von so sechs Monaten etwa bis sie sich als zutreffend herausstellen ;-)

Hallo,

da ich bei einem Netzbetreiber arbeite und seit 2013 den Smart-Meter-Rollout begleite, anbei mal ein par Fakten:

- die technische Richtlinie für Moderne Messeinrichtungen sieht keinerlei technische Möglichkeit für eine Lastregelung vor.

- Moderne Messeinrichtungen unterscheiden sich in Standard == keine Möglichkeit ein Smart-Meter-Gateway anzuschließen und in Basis == Smart-Meter-Gateway kann gekoppelt werden.

Die einschlägigen technischen Richtlinien des BSI / BNetzA / BDEW / VDI definieren eine Steuerbarkeit basierend auf dem EEG §9 und EnWG §14a inklusive der rechtsverbindlichen Festlegungen der BNetzA für die Niederspannung (230V/380V), also für den Endkundenbereich.

Die Steuerbarkeit wird durch die zu steuernde Verbrauchseinrichtung / Erzeugungseinrichtung hergestellt.

Über das Smart-Meter-Gateway wird über den CLS Kanal vom Netzbetreiber / Marktpartner / Mehrwertdienstleister ein Steuerbefehl an eine Steuerbox gesendet. Die Steuerbox leitet dann die Anforderung an die steuerbare Verbrauchs- / Erzeugungsrichtung weiter. In Zukunft wird diese Funktion auch im Smart-Meter-Gateway oder der zu steuernden Verbrauchs-/Erzeugungseinrichtung integriert sein. Steuerboxen können kaskadiert werden.

Aktuell haben Steuerboxen zwei Wechsel- und zwei Wischerkontakte. Dies wurde in der ersten Spezifikation so gefordert, da hierdurch ein Rundsteuerempfänger eins zu eins hätte ersetzt werden können. ( echt bescheuert, aber so haben die Marktpartner / Netzbetreiber damals argumentiert). In Zukunft werden die Protokolle KNX und EEBUS unterstützt werden.

§14a EnWG definiert eindeutig, welche Geräte unter steuerbare Verbrauchseinrichtung fallen. Seid 01.01.2024 werden alle entsprechenden Geräte in den Anwendungsfall migriert bzw. Neuanmeldungen entsprechend zugeordnet. Im Gegenzug erhält der Netzanschlussnutzer ein vermindertes Netzendgeld in Rechnung gestellt.

Grundsätzlich sind erhebliche Hürden definiert, bevor der Netzbetreiber steuernd eingreifen darf. Ist er, auf Grund seines mangelnden Netzausbaus, dazu gezwungen, greifen automatisch zwingend einzuhaltenden Regeln. Der steuernde Eingriff muss der BNetzA gemeldet werden. Er ist pro Tag zeitlich begrenzt. Und er führt dazu, dass der Netzbetreiber binnen zwei Jahren den Engpass beseitigen muss.

Bei Marktpartnern (Lieferanten / Direktvermarktern) und bei Mehrwertdienstleistern ( Gebäudeservice usw.) gelten diese Regeln nicht, da hier privatrechtlicher Vertrag zwischen Anbieter und Netzanschlussnehmer / -nutzer geschlossen wird. Hier hat Steuerung auch Vorrang gegenüber dem Eingriff durch den Netzbetreiber.

Grüße Jörg
Jörg Wiemann

Slave: RPi B+ mit 512 MB, COC (868 MHz), CUL V3 (433.92MHz SlowRF); FHEMduino, Aktuelles FHEM

Master: CubieTruck; Debian; Aktuelles FHEM

RalfRog

Hallo Jörg
interessant die Fakten aus "erster Hand.
Während meines Piloten hatte die RNG den Rundsteuerempfänger tatsächlich vorübergehend durch ein CLS Kistchen (Größe wie SMGW) ersetzt.

Da der Thread von @Jackie schon "gekapert" ist.
Gibt es aus der Praxis Hinweise/Erfahrungen inwieweit nachträglich RfZ Felder und ApZ Bereiche eingefordert werden bzw. auch ob der ApZ Bereich inkl. Verkabelung zum "Telefonverteiler" tatsächlich genutzt wird.
Wie gesagt bei mir hat die RNG in die Bestandsanlage eine (Ende 70er-Jahre Schrank) eine Montageplatte (steckbar, eHz Zähler) mit dem ISKRA & GW eingesetzt.

Gruß Ralf
FHEM auf Raspi 2B mit nanoCUL, HM-MOD-RPI-PCB und über LAN MAX!Cube mit a-culFW (Stack 868 + 433)
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JoWiemann

Hallo,

die aktuell immer noch gültigen technischen Anschlussbedingungen Niederspannung des FNN weisen tatsächlich noch ein Leerrohr zum ApZ und ein entsprechendes RfZ Feld aus. Das ist aber wirklich nicht kompatibel mit den technischen Richtlinien des BSI zur sicheren Kommunikation des SMG mit dem Smart-Meter-Gateway-Admin.

In der Regel setzen die MSB (gMSB == grundzuständiger Messstellenbetreiber als Grundaufgabe des DSO bzw wMSB == wettbewerblicher Messstellenbetreiber), diese sind für die Messaufgabe und die Technik zuständig, auf PowerLine oder Mobilfunk. In Zukunft wird es wohl eher ein Leerrohr für eine entsprechende Antenne werden.

Die TAB können je Netzbetreiber variieren. Also einfach mal rein schauen.

Grüße Jörg
Jörg Wiemann

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Prof. Dr. Peter Henning

Genau die TAB mit Leerrohr sind bei Netze-BW auch noch gültig. Obwohl sie das wohl derzeit nicht forcieren.

Mal sehen, was sie mir auf meine letzte Mail antworten.

Das mit der Steuerbox ist auch wieder so ein Haken. Denn zu meiner neuen PV-Anlage wird nicht nur ein Speicher gehören, sondern insbesondere auch eine (manuelle) Netztrennung https://enwitec.eu/produkt/enwitec-manuelle-netzumschaltung-fronius-symo-gen24-plus-allpolig-3ph-230-400v-10016117/

Wenn ich die Altanlage in 2028 umrüste und mit der neuen verbinde, soll das System einen richtig fetten Speicher haben, so dass ich einen ganzen Tag lang bei vollem Verbrauch unabhängig sein kann.

Ich kann also von Netze-BW verlangen, dass sie die Steuerboxen nicht ansteuern, wenn ich vom Netz getrennt bin. Mal sehen, wie sich das realisieren lässt...

LG

pah

Prof. Dr. Peter Henning

#37
@JoWiemann:
ZitatIn Zukunft werden die Protokolle KNX und eBUS unterstützt werden.

Wirklich, eBUS, so wie dieser hier https://wiki.fhem.de/wiki/EBUS ??

Das ist das inzwischen total veraltete Bussystem, für das ich vor 10 Jahren die erste Ankopplung an FHEM realisiert habe. Würde mich ehrlich gesagt nicht wundern...

Ich vermute aber, Du meinst EEBUS https://www.eebus.org/. Wenn ich dort lese "Devices equipped with EEBUS have an integrated EEBUS software driver that communicates with the other devices and systems via TCP/IP in the LAN (e.g. Ethernet, WIFI). No further hardware components are required apart from the standard IP technology." heißt das, dass diese Steuerung über mein Hausnetz läuft. Na prima, da freuen wir uns doch.

LG

pah


JoWiemann

Zitat von: Prof. Dr. Peter Henning am 13 Mai 2024, 15:42:16@JoWiemann:
ZitatIn Zukunft werden die Protokolle KNX und eBUS unterstützt werden.

Ich vermute aber, Du meinst EEBUS https://www.eebus.org/. Wenn ich dort lese "Devices equipped with EEBUS have an integrated EEBUS software driver that communicates with the other devices and systems via TCP/IP in the LAN (e.g. Ethernet, WIFI). No further hardware components are required apart from the standard IP technology." heißt das, dass diese Steuerung über mein Hausnetz läuft. Na prima, da freuen wir uns doch.


Hallo pah,

danke für den Hinweis. Ich meinte EEBUS.

Grüße Jörg
Jörg Wiemann

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JoWiemann

Zitat von: Prof. Dr. Peter Henning am 13 Mai 2024, 15:42:16Ich kann also von Netze-BW verlangen, dass sie die Steuerboxen nicht ansteuern, wenn ich vom Netz getrennt bin. Mal sehen, wie sich das realisieren lässt...

Theoretisch könnte der Netzbetreiber, bei negativer Netzlast, von Dir verlangen das Netz durch Einspeisung zu stabilisieren. Jedenfalls solange Du Netzanschlussnehmer bist. Du kannst all dem gesetzlichen Zwang nur durch Inselbetrieb entgehen.

Grüße Jörg

Grüße Jörg
Jörg Wiemann

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Master: CubieTruck; Debian; Aktuelles FHEM

Prof. Dr. Peter Henning

Zitat von: JoWiemann am 13 Mai 2024, 16:03:04Du kannst all dem gesetzlichen Zwang nur durch Inselbetrieb entgehen.
Das ist auch das Ziel.

Ich habe mich aus genau dem Grund gegen die automatische Umschaltung auf Inselbetrieb entschieden. Inzwischen kommt noch etwas dazu, nämlich die zunehmende Instabilität des Netzes gegenüber Ausfällen im Sekundenbereich. Sehr interessanter Artikel dazu in der gestrigen Zeitung. Ich habe keine Ahnung, ob das noch hinter einer Bezahlschranke ist, dennoch mal der Link: https://www.welt.de/wirtschaft/article251457862/Energiewende-70-Prozent-der-Unternehmen-laut-Studie-von-Stromausfaellen-betroffen.html.

LG

pah

Prof. Dr. Peter Henning

Zitat von: JoWiemann am 13 Mai 2024, 16:03:04Theoretisch könnte der Netzbetreiber, bei negativer Netzlast, von Dir verlangen das Netz durch Einspeisung zu stabilisieren
Sehr gerne. Mein Preis sind 48 EURO je kWh, da ich die Bereitstellung der Anlage privat vorfinanziert habe.

LG

pah

JoWiemann

Zitat von: Prof. Dr. Peter Henning am 13 Mai 2024, 16:48:42Inzwischen kommt noch etwas dazu, nämlich die zunehmende Instabilität des Netzes gegenüber Ausfällen im Sekundenbereich. Sehr interessanter Artikel dazu in der gestrigen Zeitung. Ich habe keine Ahnung, ob das noch hinter einer Bezahlschranke ist, dennoch mal der Link: https://www.welt.de/wirtschaft/article251457862/Energiewende-70-Prozent-der-Unternehmen-laut-Studie-von-Stromausfaellen-betroffen.html

Hallo pah,

die sehen wir im 110kv Netz in unserer Netzleitstelle auch. Da müssen wir dann die ÜNB in die Verantwortung nehmen. Grundsätzlich sind die ÜNB für die Frequenz und wir als VNB für die Spannung zuständig. Aber alles können wir auch nicht abfangen.

Grüße Jörg

Jörg Wiemann

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Prof. Dr. Peter Henning

Hi Jörg, kannst Du mal eine Wiki-Seite anlegen mit einer Tabelle des ganzen Abkürzungsdschungels?

LG

pah