Wie findet man die passende Wallbox?

Begonnen von betateilchen, 22 Februar 2026, 19:40:16

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betateilchen

Moin,

irgendwie vermisse ich hier im Unterforum einen "Empfehlungs- oder Kaufberatungs-Thread".

Konkret bin ich auf der Suche nach einer 1-phasigen Wallbox mit 7,4kW.
Möglichst ohne fest angeschlossenes Kabel.
Anbindung an FHEM wäre nett.
Themen wie Überschussladen stehen hier nicht zur Diskussion, da ich hier nur Mieter bin.

Und ich bin ohnehin gespannt, wie mein Vermieter auf meine heute gestellte Genehmigungsanfrage reagiert. Ja, ich weiß, dass ich als Mieter grundsätzlich einen Anspruch geltend machen kann, der schwer abzulehnen ist. Aber in einem 10-Parteien-Haus kann ich auch den Vermieter verstehen, wenn er hadert.

Oder anders ausgedrückt: Wie soll man darüber entscheiden, welche Wallbox die "richtige" ist, wenn man sich mit dem Thema "Laden (m)eines E-Autos" zum ersten Mal befasst?
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Formuliere die Aufgabe möglichst einfach und
setze die Lösung richtig um - dann wird es auch funktionieren.
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Lesen gefährdet die Unwissenheit!

dieter114

#1
Moin Betateilchen,

die GO-E Wallboxen sind relativ Preiswert und gut in fhem zu integrieren.
Ich verwende eine von der türkischen Firma Vestel, gekauft bei E-ON als E-ON Box.
Wichtig ist:
Du brauchst eine 22kW Wallbox für einphasiges Laden mit 7,4kW.
Dies ist aber in D so nicht erlaubt.
Erlaubt ist maximal 3,6kW pro Phase nach VDE usw.
Die Vestel Box mit der neueren Software setzt sich darüber hinweg.
Ob das mit der E-ON und anderen Boxen auch geht, ist mir nicht bekannt.
Und als Mieter wird es dir kaum gelingen eine 22kW Wallbox aufbauen zu lassen.
Denn rein nach Verordnungslage z.B. in Niedersachsen muss so eine Box
vom Netzbetreiber genehmigt werden. Und spätestens dann ist für Dich Schluss  >:(
Ich kann meinen PHEV zuhause mit bis zu 7,4 kW problemlos laden, nutze aber meist viel weniger.
Der Strom kommt vom Dach und "nur" der Überschuss läuft ins Auto.
Also wenn Du also ein Fz einphasig mit mehr als 3,6kW laden willst
bist du eindeutig "außerhalb" der Legalität.

LG WDS
RPi II+III+V,OWX,div.1W Module,HM Zisterne,div. CUL, sduino MAPLESDuino(adv), div ESPEasy, div Tasmota, MQTT2Server,WU-Upload,TabletUI,Poolsteuerung mit fhem, Fronius, BYD Solaranlage

Ralli

#2
Zitat von: betateilchen am 22 Februar 2026, 19:40:16Konkret bin ich auf der Suche nach einer 1-phasigen Wallbox mit 7,4kW.

Schließe mich zunächst Dieter an.

Die 7,4kW bei einphasigem Anschluss wirst du sehr wahrscheinlich nie erreichen. Das (praktische) Maximum ist eher 4,6kW - Stichwort Schieflastgrenze.

Ganz generell macht man hiermit m.E. nicht viel verkehrt:

https://shop.go-e.com/de-de/wallbox/go-e-charger-gemini-flex-22-kw/

Und wenn die nicht genehmigt wird, dann halt diese, da sie nur anzeigepflichtig ist:

https://shop.go-e.com/de-de/wallbox/go-e-charger-gemini-flex-11-kw/
Gruß,
Ralli

Proxmox 9 Cluster mit HP ED800G2i7, Intel NUC11TNHi7+NUC7i5BNH, virtualisiertes fhem 6.4 dev, virtualisierte OpenCCU (3.85.7.20260131) mit HB-RF-ETH 1.3.0 / RPI-RF-MOD, HM-LAN-GW (1.4.1) und HMW-GW, FRITZBOX 7490 (07.62), FBDECT, Siri und Alexa

betateilchen

Danke für Eure Antworten.

Verstehe ich das gerade richtig:

  • alle in Deutschland auf dem Markt angebotenen 1-phasigen Wallboxen mit 7,4kW sind quasi illegal?
  • einen Backofen mit (3-phasigen) 24kW Anschlußleistung darf ich zu Hause betreiben, aber eine "Steckdose" mit (1-phasig) 7,4kW nicht? Das ginge doch im Prinzip auch mit einer blauen CEE-Steckdose mit 32A?

ui ui ui... das wird ja schwieriger als ich dachte.

Mein Auto "kann" nur einphasig und mit max. 6,6kW laden. So kam ich auf die einphasige 7,4kW Variante.
Laden mit 3,6kW macht überhaupt keinen Spaß, zumindest nicht an öffentlichen Ladesäulen.
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Ralli

#4
Nein, die sind nicht illegal. Aber die müssen so konfiguriert sein, dass sie nur bis max. 4,6kW auf der einen Phase aufnehmen, so lange nicht auf den anderen Phasen gleichzeitig (durch andere Verbraucher) auch mehr Strom fließt, sodass die einzuhaltende maximale Schieflast nicht überschritten wird. 7,4kW (entspricht 32A auf einer Phase) wären also einphasig möglich, wenn durch andere Verbraucher auf den anderen zwei Phasen auch viel verbrauchen - das kommt bei einem Standard-Haushalt aber eher nicht vor.

Dein Herd (nicht dein Ofen) sollte dreiphasig angeschlossen sein, sodass er auch bis max. 22kW (32A) aufnehmen dürfte - was aber auch eher nicht der Praxis entspricht.

Vielleicht noch zur Ergänzung: P = U * I (Leistung = Spannung mal Stromstärke).
-> bei einer entsprechenden Absicherung und passendem Leiterquerschnitt kommt man so bei einem dreiphasigen Anschluss auf 22kW = 3 * 230V * 32A
-> bei einer entsprechenden Absicherung und passendem Leiterquerschnitt kommt man so bei einem einphasigen Anschluss auf 7,4kW = 1 * 230V * 32A
-> bei einem dreiphasigen Anschluss sorgt der Verbraucher dafür, dass allen drei Phasen gleich viel Leistung entnommen wird
-> bei einem einphasigen Anschluss kann der Verbraucher das nicht und muss aber die maximale Schieflast einhalten, daher ist normalerweise bei 4,6kW Schluss.
Gruß,
Ralli

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betateilchen

Ok, das mit der "einseitigen" Belastung habe ich verstanden.
Das bedeutet aber im Umkehrschluß, dass selbst bei einer 22kW Wallbox und einphasigem Laden keine 7,4kW rauskommen, denn das wäre ja auch wieder "einseitig".

Zitat von: dieter114 am 23 Februar 2026, 12:05:50Also wenn Du also ein Fz einphasig mit mehr als 3,6kW laden willst
bist du eindeutig "außerhalb" der Legalität.

Das ist ja blöd...

Zitat von: Ralli am 23 Februar 2026, 14:18:15Dein Herd (nicht dein Ofen) sollte dreiphasig angeschlossen sein, sodass er auch bis max. 22kW (32A) aufnehmen dürfte

Eine Herdanschlussdose mit mehr als 5x2,5qmm Zuleitung ist mir in Privatwohnungen noch nicht untergekommen. Und die sind dann meist auch "nur" mit je 16A abgesichert. Der größere Querschnitt dürfte vermutlich nur der Dauerbelastung geschuldet sein.



Da bleibt mir wohl als Option nur, auch weiterhin die Schnellladesäule von EnBW hier im Ort zu nutzen.
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Ralli

Zitat von: betateilchen am 23 Februar 2026, 14:34:19Ok, das mit der "einseitigen" Belastung habe ich verstanden.
Das bedeutet aber im Umkehrschluß, dass selbst bei einer 22kW Wallbox und einphasigem Laden keine 7,4kW rauskommen, denn das wäre ja auch wieder "einseitig".

Das ist korrekt.

ZitatEine Herdanschlussdose mit mehr als 5x2,5qmm Zuleitung ist mir in Privatwohnungen noch nicht untergekommen. Und die sind dann meist auch "nur" mit je 16A abgesichert. Der größere Querschnitt dürfte vermutlich nur der Dauerbelastung geschuldet sein.

2,5qmm passt genau für 32A - für 16A nimmt man standardmäßig 1,5qmm. Für Herdanschluss aber tatsächlich den größeren Querschnitt.

ZitatDa bleibt mir wohl als Option nur, auch weiterhin die Schnellladesäule von EnBW hier im Ort zu nutzen.

Oder/und tatsächlich über Nacht ohne Wallbox einfach an der Haushaltssteckdose laden. Damit hast du gar keinen Investitionsaufwand. Und was drin ist, ist drin.
Gruß,
Ralli

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betateilchen

Zitat von: Ralli am 23 Februar 2026, 14:47:57Oder/und tatsächlich über Nacht ohne Wallbox einfach an der Haushaltssteckdose laden. Damit hast du gar keinen Investitionsaufwand.

Aber ich brauche ein 50 Meter langes Verlängerungskabel von meiner Terrasse einmal rund ums Mehrfamilienhaus  ;D
Der Technikraum des Hauses mit dem Zähler-/Verteilerkasten befindet sich fünf Meter vor meinem Stellplatz...

Jetzt warte ich erstmal die Antwort des Vermieters ab, dann überlege ich weiter.
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passibe

Also nur, dass hier kein falscher Eindruck entsteht:

Einphasig sind (in aller Regel) nicht 3,6 kW das Maximum, sondern 4,6 kW, weil die Schieflastgrenze (meistens) maximal 20A ist. Das ist an sich aber kein so großes Problem, weil man das Auto damit jedenfalls über Nacht gut voll kriegt und bei normalen durchschnittlichen Tagesfahrleistungen ist das dann alles sowieso kein Problem.

Übrigens, die Kabel haben alle auch eine Maximalstrombegrenzung (die irgendwie über Widerstände o.ä. erkannt wird), meistens liefern die auch nur max. 20A, sodass man dann auch bei einer 7,4 kW Wallbox nichts weiter konfigurieren muss.

dieter114

#9
Also teilweise habt ihr hier alle Recht und teilweise nicht.
Aber das ist auch egal: Wenn Betateilchen vom Vermieter eine Wallbox
montieren lassen will, wird die nie größer als 11kW sein.
Darüber hinaus braucht auch der Vermieter eine EVU Genehmigung,
die er zumindest bei uns hier kaum bekommt.
Und eine 11kW Wallbox kann nur 3*16A = 11kW bzw. 3,6kW pro Phase.
Also wird das Auto mit 3,6kW geladen, egal was ihr auch immer wollt.
Die 4,6kW erreicht eine 22kW Wallbox die aber aus ob.g. Gründen wohl nicht montiert wird.

Die Frage ist doch vielmehr: Reicht das den nicht?
Wie lange braucht die Batterie bis sie mit 3,6kW voll ist.
Wenn die Nacht über dafür nicht reicht, ist das Fz das Problem
(1 Phase -> 3 Phasen) und nicht die Wallbox.

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dieter114

Zitat von: betateilchen am 23 Februar 2026, 14:34:19Da bleibt mir wohl als Option nur, auch weiterhin die Schnellladesäule von EnBW hier im Ort zu nutzen.
mit welcher Leistung läd den dein Fz dort?
Macht die Säule mehr als 4,6kW?

LG WDS
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betateilchen

Zitat von: dieter114 am 23 Februar 2026, 17:11:03Also teilweise habt ihr hier alle Recht und teilweise nicht.
Aber das ist auch egal: Wenn Betateilchen vom Vermieter eine Wallbox
montieren lassen will

Nur um das klarzustellen: das will ich doch gar nicht.
Vom Vermieter will ich nur die Zustimmung dafür, dass ich eine Wallbox installieren lassen darf.

Zitat von: dieter114 am 23 Februar 2026, 17:11:03Wie lange braucht die Batterie bis sie mit 3,6kW voll ist.
Wenn die Nacht über dafür nicht reicht

Die Nacht über würde vermutlich schon reichen, das habe ich auch schonmal an einer öffentlichen Ladesäule gemacht.
Aber es bleibt eben prinzipiell so, dass ich mit dem derzeitigen Fahrzeug 2/3 der Möglichkeiten einer 11kW Wallbox nie nutzen werde. Grundsätzlich könnte ich mir also auch statt einer Wallbox einfach eine wasserdichte Steckdose installieren lassen und ein 3,6kW Ladekabel verwenden.
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betateilchen

#12
Zitat von: dieter114 am 23 Februar 2026, 17:21:53mit welcher Leistung läd den dein Fz dort?
Macht die Säule mehr als 4,6kW?

Beim DC Schnellladen fließen bis zu 48kW ins Fahrzeug, da kann ich auf dem Supermarktparkplatz das Fahrzeug anstöpseln, in Ruhe einkaufen gehen und wenn ich fertig bin mit Einkaufen, ist mein Auto wieder auf 80% geladen.
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Gisbert

Ich bin zwar nicht vom Elektrofach, aber mir hat es mal so jemand erklärt.
Der Vergleich zwischen Backofen/Herd und Wallbox ist zwar von der Leistung her (in etwa) zutreffend, aber nicht von der Gleichzeitigkeit und der Dauer der Entnahme. Beim Herd/Backofen sind eben nicht über Stunden alle Leitungen belastet, da die Temperatur geregelt wird und damit die Leistung immer wieder auch mal bei null ist.
Beim stundenlangen Laden wird aber dauerhaft über sehr viele Stunden Leistung abverlangt. Aus dem Grund ist es vermutlich nicht nur keine gute Idee 3-phasig mit 1.5 oder 2.5mm² mit 11kW laden zu wollen, da sich über diese lange Zeit die Leitungen deutlich erwärmen, sondern gefährlich und kein Elektriker würde es mit so dünnen Leitungen bauen. Bei einem kurzzeitigen Ereignis (3.6 kW an einer Steckdose) ist es kein Problem, aber eben nicht auf Dauer.
1-phasig an einer Steckdose mit 1.5mm²-Leitung auf Dauer zu laden, ist sicher auch nicht sinnvoll und vermutlich auch auf Dauer gefährlich.
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Ich hoffe es war nicht zu sehr off-topic, aber ich konnte nicht anders und musste meinen Senf dazugeben.
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dieter114

Zitat von: betateilchen am 23 Februar 2026, 17:27:41
Zitat von: dieter114 am 23 Februar 2026, 17:21:53mit welcher Leistung läd den dein Fz dort?
Macht die Säule mehr als 4,6kW?

Beim DC Schnellladen fließen bis zu 48kW ins Fahrzeug, da kann ich auf dem Supermarktparkplatz das Fahrzeug anstöpseln, in Ruhe einkaufen gehen und wenn ich fertig bin mit Einkaufen, ist mein Auto wieder auf 80% geladen.
Und warum willst du das Fz dann einphasig Laden?
Was ist das den für ein Auto?
DC Schnelladen geht und 11kW Dreiphasig (normale Betriebsart) nicht?
Verstehe ich nicht.
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