HM-LC-SW2-FM defekt: Sicherung? Schaltplan?

Begonnen von FilliFairy, 26 November 2014, 21:49:52

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Raven

#15
Zitat von: FilliFairy am 26 November 2014, 21:49:52Hallo,

einer meiner HM-LC-SW2-FM scheint bei einem Stromausfall Schaden genommen zu haben.

Filly

Interessant, daß der erste Nutzer einen Stromausfall als Ursache vermutet und diese Vermutung habe ich jetzt auch, nachdem unser Stromversorger uns einen Stromausfall von 3,5h beschert hat.
3 Homematic Schalter/Dimmer und ein PV-Wechselrichter funktionieren nicht mehr vollständig.
Die Schalter/Dimmer sind noch per Funk ansprechbar und melden auch zurück, aber die angeschlossenen Leuchtmittel bleiben dunkel (kein Relais-Klacken bei den Schaltern).
Der PV-Wechselrichter ist noch online, meldet aber "MPPT-A: Input undervoltage".

Interessanterweise hängt ein Schalter hinterm Überspannungsschutz und trotzdem nun diese Funktionseinschränkung.

Ich versuche den Netzbetreiber zu erreichen, ob dieser hierfür eine Erklärung hat (meine Hoffnung ist gering).

Ich habe nur Elektronik-Basiswissen und meine (Ent-)Löt Kenntnisse sind begrenzt, daher die Frage ist bei diesen Symptomen (Geräte per Funk erreichbar, aver Relais/Dimmer schalten nicht) eher die Elkos oder die SMD Sicherung betroffen? Je nachdem wie die Antworten ausfallen, mache ich mir Gedanken, ob ich eine Reparatur versuche oder einen Hersteller-Wechsel anstreben muss (weil HM Geräte nicht mehr alle lieferbar sind).

Dankeschön vorab.
Proxmox-Prod/Dev: Homematic i.V.m. VCCU (HMLan, HM-MOD-RPI-PCB), Philips Hue, Viessmann (optolink)
Fritzbox 7590

Otto123

#16
Das lässt sich so blind kaum beantworten.
Zitat von: Raven am 06 Februar 2026, 14:25:06Die Schalter/Dimmer
Was sind das für Geräte?
Zitat von: Raven am 06 Februar 2026, 14:25:06aber die angeschlossenen Leuchtmittel bleiben dunkel (kein Relais-Klacken bei den Schaltern).
Das könnte mMn auch an klebenden Relais liegen, passiert gerne bei LED Leuchtmitteln ohne Schutzwiderstand. Wenn da beim Stromausfall etwas "flattert" könnte es auch sein die Kontakte schweißt es zusammen?

Der hier bisher erwähnte HM-LC-SWx-FM hat eher den Fehler: geht nicht mehr weil Elkos kaputt -> weil Sicherungswiderstand durchgebrannt. Da ist sozusagen das Netzteil auf der Netzspannungsseite defekt.
Es gibt eine Reihe andere HM Aktoren die haben gerne das Verhalten: geht eigentlich (Funk) und "spinnt" beim Schalten. Da ist dann sozusagen das Netzteil auf der Niederspannungseite kaputt. Stichwort C26 / C7

Deine Beschreibung klingt eher nach dem letzteren, ein solches Problem ist aber (glaube ich) beim HM-LC-SWx-FM bisher nicht bekannt.

Gruß Otto
Viele Grüße aus Leipzig  ⇉  nächster Stammtisch an der Lindennaundorfer Mühle

aktives Mitglied des FHEM e.V. (Technik)

Raven

Herzlichen Dank für Deine Überlegungen.

Alle drei Geräte waren zum Zeitpkt. nicht eingeschaltet (vermutlich dann eher keine klebenden Relais - vermute ich mit meinen Laienwissen, wobei ich nicht einschätzen kann wie sich die Aktoren/Relais verhalten, nachdem Strom wieder anliegt).
2 x HM-LC-DIM1TPBU-FM
1 x HM-LC-SW1PBU-FM

Oje...ich glaube, die nächsten Schritte werden am Wochenende sein, die betroffenen Schalter auszubauen und auf optische Schäden hin mal untersuchen.
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Otto123

gut der Dimmer hat ja auch kein Relais :)
Bei allen dreien kann ich mir nach Deiner Beschreibung das C7 / C26 Problem vorstellen, ist im Wiki beschrieben. Da sieht man optisch nichts.

Sicheres Zeichen dafür könnte das powerOn Reading sein (hat ev. nur der Schalter). Dies sollte sich solange die Spannung anliegt beim schalten nicht verändern.

Wenn das alles nach einem Spannungsausfall passiert, wie Du schreibst, ist eventuell einfach in dem Moment der "letzte Tropfen" gekommen.
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Pfriemler

Da ich hier auch nur noch sporadisch unterwegs bin:
Auf Stromausfall gleich welcher Dauer reagieren die HMs eigentlich völlig gutmütig. Wenn es in dem Zusammenhang einiges gerissen hat, war eine Überspannung im Spiel, und zwar eine heftige. Da die Aktoren mit ihrem Netzteil dauerhaft am Netz hängen, reagieren sie entsprechend. Ein durchgehender Pufferelko am Eingang wegen Überspannung reißt in Folge den Sicherungswiderstand (dafür ist er ja da!). Auch die übrigen Schäden deuten klar auf ein solches Problem hin.

Ganz ohne Messgerät geht es nicht. Ein super Anhaltspunkt wäre die Stromaufnahme im Ruhezustand. Wer ein gutes Powermeter hat (Zwischenstecker, mit Leistungsauflösung unter 0,3 Watt - bester Test ist eine Steckdosenleiste mit beleuchtetem Schalter, der dann mindestens 0,1, in der Regel aber 0,3 Watt zieht), kann die ausgebauten Aktoren an einem Netzkabel über den Zwischenstecker einstromen. Auch Aktoren mit dem berühmten C26/C7-Defekt ziehen sichtbar Leistung, während ein überspannungsgetöter mit defektem Sicherungswiderstand tatsächlich 0,niente hat. Für diesen Test muss man das Gehäuse nicht öffnen und es ist - bis auf das Problem des Anklemmens des Kabels am Aktor, natürlich spannungsfrei - auch für einen Laien "safe".
"Änd're nie in fhem.cfg, denn das tut hier allen weh!" *** Wheezy@Raspi(3), HMWLAN+HMUART, CUL868(SlowRF) für FHT+KS+FS20, miniCUL433, Rademacher DuoFern *** "... kaum macht man es richtig, funktioniert es ..."

Raven

#20
Vielen Dank nochmals für die obigen Gedanken-Anstösse!

Die Ursache war nun eine ganz andere! Netz-Frequenz!
Meine Recherchen ergaben, daß der Netzbetreiber ein Notstrom-Aggregat an dem betroffenen Strom-Verteiler-Häuschen aufstellte. Die Netz-Frequenz betrug bei uns eine Woche über 51Hz (statt 50). Aus Sicherheitsgründen hatte das Netz diese erhöhte Frequenz, damit u.a. PV-Anlagen nicht an Netz gehen. Mitbürger berichteten, daß auch Wärmepumpe teilweise nicht gingen. Interessanterweise gab es keine Meldungen, ob das Laden über Wallboxen auch nicht möglich war. Also Vorsichtsmaßnahmen, um das Notstrom-Aggregat nicht zu überlasten.

Mit meinem elektronischen Halbwissen vermute ich nun, daß in den Dimmern ein Bauteil verbaut ist, daß von der korrekten Frequenz "abhängig ist". Aber warum auch nur ein Schalter HM-LC-SW1PBU-FM ausgefallen ist und die fünfen anderen nicht, stellt mich noch vor einem Rätsel.  ;D
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Pfriemler

#21
Der Trick mit der Netzfrequenz ist nett und scheint zu funktionieren, hat aber aus meiner Sicht keinen Einfluss auf das Netzteil des Sw1.
Die verbreitete einfache Variante "Kondensatornetzteil" nutzt tatsächlich den Blindstrom eines Kondensators im Zusammenhang einem "Lastwiderstand" (der in der Regel die zu versorgende Schaltung selbst ist), dieser würde sich bei höherer Frequenz tatsächlich dramatisch erhöhen und die Schaltung möglichweise überlasten. Allerdings sind die "Stromschwankungen" (also die Variation des durch den Kondensator fließenden Stromes) allein durch die Varianz der Netzspannung viel größer als es die 2% Frequenzabweichung sein könnten.
Hier haben wir aber eine klassische Gleichrichtung der Netzspannung über eine Diode und Pufferung über Elko, bevor ein Schaltnetzteil Kleinspannung draus macht. Solche Schaltungen funktionieren (fast) völlig unabhängig von der Netzfreqenz und in weiten Teilen sogar unabhängig von der Netzspannung (besonders bei Unterschreitung). Laptop- und Handynetzteile haben in der Regel zwischen 100 und 250 Volt und 50 oder 60 Herz gar kein Problem. Allenfalls die Kurvenform des Generators könnte noch einen Einfluss haben, aber gerade hier wirkt der Sicherungswiderstand von 1kOhm lebensrettend für die möglichweise sonst überlastete Diode.
Im Eingangsbereich des Sw1 befindet sich außerdem ein Varistor, also ein spannungsabhängiger Widerstand, der bei Überspannung eine Schmelzsicherung reißt, unabhängig vom Sicherungswiderstand für den Elektronikteil der Schaltung. Der Varistor ist ebenfalls nicht spannungsabhängig, löst aber bei nominell 275V~ aus. Aus der Praxis kenne ich, dass die Varistoren beim Durchgehen meist selbst zerstört werden und ersetzt werden müssen.
Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Das Ding hat eine Überspannung getötet. Ich gehe dem Defekt gern auf den Grund...
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