Der Antennen-Thread

Begonnen von Ranseyer, 09 November 2018, 17:10:08

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DerD

Zu den Reichweitentests.

Sender: eine Funkbake, aufgebaut mit ESP und einem RFM12 Modul. Alle 2s wird ein Standardsignal versendet. Power auf Minimum, hier -23dB. Antenne ein einfacher 8,3cm langer Draht direkt am Ausgangspin.
Könnte notfalls sehr kompakt mit Akku in einem Kästchen verschwinden, derzeit aber noch offen auf Lochraster.

Empfänger: RTL-SDR über rtl_433: rtl_433 -f 868.9M -Y classic -M level -g 3
über ~1m RG174 wird Antenne adaptiert.

Aus Erfahrung wird bei weniger als -12dB mein Sendestream (Pings) nicht mehr erkannt, so kann ich den Sender entfernen/annähern und sehe gleich ob die Pings nicht mehr ankommen

Alle Tests frei im Zimmer mit direkter Sichtverbindung, Reflektionen logischerweise dennnoch möglich.

Zuerst Tests mit Helical:
frei hängend: max 95cm, -12.1dB
mit Hand an Kabel: 95cm, -9.4dB
mit Hand an Kabel: max 190cm, -12.1dB
=> das übliche Thema, Gegenmasse bei einfachem Helical ist nicht groß genug, da hilft dann handauflegen

Groundplane: max 190cm, -12.1dB
J-Pole: max 190cm, -12.1dB
Sperrtopf: max 190cm, -12.1dB
12dB-Antenne: max 190cm, -12.1dB
=> alle Antennen in etwa gleich, die Unterschiede waren eher zufälliger Natur.

Auffällig auch hier, die 12dbi Antenne lief mit Choke irgendwie "stabiler". Kann es nicht besser benennen, aber da kamen alle Pings an, während onhe immer wieder welche fehlten. Sobald ich größere Reichweite probiert habe, kein Empfang mehr.

=> effektiv sehe ich keinen signifikanten Unterschied zwischen den Typen für Reichweite. J-Pole und Sperrtopf haben sich aber kaum durch meine Anwesenheit beeinflussen lassen, im Gegensatz zur 12dBi und Groundplane.

Alle aufgebauten Typen sind laut Theorie omnidirektional, also gut geeignet an zentraler Stelle hier im Haus. Was die Einfachheit des Aufbaus angeht, ist der J-Pole wohl kaum zu schlagen. Allein der 50Ohm Punkt ist wohl kritisch zu finden, aber hat bei mir mit 8mm auf Anhieb gut gepasst.
Der Sperrtopf ist dafür nochmals schmaler und kürzer.

Ursprünglich wollte ich noch gestockte Typen ausprobieren, da diese ja höhere Verstärkung bieten - durch bzw. auf Kosten der horizontalen Bündelung. Bei Überdach-Montage für entfernte Ziele (Lora) mag das sinnvoll sein, im Haus mit den Reflektionen sehe ich weniger Sinn dahinter.

Den Sperrtopf werde ich nochmal aufbauen, diesmal mit Hülle (und damit entsprechend verkürzt, ich weiß ja nun wie das geht), direkt mit SMA Anschluß und gegen das Original vergleichen. Die passen dann hoffentlich wunderbar als schmale Standardantennen an meinem PicoDuino. Zumindest so wäre das geplant.

Was ich aber noch angehen möchte, sind "richtige" PCB Antennen mit Gegenpol speziell für die Sender bei denen ich es schön fände, wenn keine Antenne absteht. Mein Lesestoff dazu sind derzeit die Designnotes AN786 und DN031. Wenn ich da lese, dass die BIFA nahezu dieselbe Reichweite erzielt wie die verwendete Referenz (Markenantenne) lässt mich das hoffen.
Gruß,
Dieter

DerD

Zitat von: Ranseyer am 11 Dezember 2018, 13:42:03Da doch "alles mit allem proportional" ist., hatte ich eine bessere Idee: 917/866.35MHz=1,056

Das würde bedeuten 5-6% und ich hatte halt mit 10% mehr Erfolg. Außerdem wäre noch auszuschliessen eine Verzerrung des Druckers... Bei der Originalgröße komme ich ganz innen zwischen dem Plastik auf 99,7mm.
(rechts-links oder oben nach unten; hat mit dem Draht nichts zu tun)
Magst Du auch mal messen ?


Zitat von: matthias soll am 11 Dezember 2018, 20:27:35Ich komme innen auf 101mm
Mich würde nur interessieren, ob die hochskalierte antenne wirklich mehr reichweite erzielt.
Könntest du das mal im direkten vergleich testen?

Ich weiß, steinalt. Habe leider keine Maße gefunden dazu und auch keinen 3D Drucker. Ist da berücksichtigt, dass es aufgrund des Plastiks zu einer Frequenzverschiebung kommt? Und dass der dk-Wert bei PLA und 3D-Druck gehörig schwanken kann?

Eigentlicher Hintergrund: habe eine freistehende Biquad für 868MHz gebaut, die sowas von überhaupt keine gescheiten Messwerte erzeugt. Kantenlänge 84mm, Winkel auf 90° eingestellt. 1,5mm2 Draht - ich weiß 4mm Durchmesser wäre besser, war aber nicht verfügbar. Direkt an 50Ohm Kabel - auch suboptimal aber es heißt überall, dass das kein Problem wäre.
Eigentlich war das als Erstmuster für eine Vierfachquad mit Drahtgeflechtreflektor gedacht.
Gruß,
Dieter

DerD

Zitat von: Ranseyer am 31 Juli 2020, 08:39:08...und genau diese Ergebnisse sind der Grund warum ich ein massiver Fan von Platinen-Antennen geworden bin...
(Wie soll man Federn zu 100% immer genau passend und auch noch billig herstellen ?)


Kannst du das näher erläutern? Du sprichst von PCB in einer Stab-Antenne wie in https://forum.fhem.de/index.php?msg=874556 oder "richtige" PCB Antenne (ILA, IFA etc)?
Gruß,
Dieter